Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 11 (August 1861)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1861-08-01
- Page
- 589 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Adresse der La»drl,bl׳imr> 589 zu besitzen, ihr Meisterwerk im Namen dieser Gemeinden der Negicrung übergeben, ein Verfahren, für das uns die Bezeichnung mangelt. Nur da, wo dem ״Volke" alles geistige Leben entschwunden und die Religion Eigenthum des Clerus geworden, nur da kann sich so die ״Geistlichkeit" an die Stelle des mundtodt gemachten Volkes setzen und im Namen der Laien gegen eine weltliche Be- Horde ohne weiteren Anftrag von Seiten dieser Laien deren Gefühle und Empfindungen ausdrücken. So lange aber noch nicht im Zudenthum dieser Unterschied existirt, so lange ist es ein nnvcrantwortlicher Uebergriff der Rabbinen, sich der Regierung gegenüber als Sprecher der Gemeinden gerircn zu wollen, so lange ist es Pflicht, heilige Pflicht der Gemeinden gegen diese Anmaßung aufs cntschiedenste zu protestiren. — Jedenfalls ist die Adresse, trotz der hochklingenden Phrase, ״im Namen der ihnen anvertrauten Gemeinden und Glaubensbrüder" nur der Gesinnungsausdruck der drei Herren Rabbinen, daß aber Herr vr. Meyer, Herr Hamburger und Herr Landsberg so denken und und in ihrer Eigenschaft als Landrabbiner diese ihre Gesinnung zu den Füßen des Thrones niederzulegm wagm — das ist für die Herren charakteristisch genug. Jndeß, nicht genug an dieser Adresse, die bei Gesinuungstuchtigen aller Parteien den unangenehmsten und widerlichsten Eindruck gemacht, auch noch ein andererUmstand mußte htnzuüetcn, um die neu cvnstttuirte jüdische Hierarchie in ihrer vollen Blöße zu kennzeichnen. In Folge der Adresse hatte nämlich ein Correspondenz-Artikcl der Allg. Ztg. d. I. die Frage besprochen, ob und wie im Judeuthum eine Richtung, wie sie hier anstrete, die Hierarchie nach innen, Servtlismus nach außen auf ihre Fahnen schreibe, begründet sei und die Adresse selbst als redendes Zeuguiß über diese Richtung angeführt, als deren Verfasser der Herr Landr. Landsberg in Hildesheim bezeichnet wurde. Herr Landsberg nun übernahm die Vcrtheidigung der Adresse, aber in einer Weise, die nur allzulebhaft an den edlen Ritter von der Manch« erinnert. Gern hätten wir dem geehrten Leser wenigstens eine Disposition der Verthcidigungöschrift des Herrn L. gegeben, aber leider vermögen wir mit dem besten Willen dies nicht zu thun, weil wir in jener Schrift keine Disposition haben entdecken können. Es wird, um den Leser wenigstens nicht ganz den