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Jeschurun · 1861-08-01 · Heft 11 (August 1861) · p. 588

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 11 (August 1861)
Article
Aus Hannover
Date
1861-08-01
Page
588 (sequence 5)
Language
German
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588 Aus Hannover. Fern fei es von uns, die Wohlthaten verkennen zu wollen, die die Regierung den jüdischen Bürgern unseres Landes, insbesondere durch Regelung und Förderung des Schulwesens erwiesen hat und wenngleich uns damit nur eine unverjährte -Schuld abgetragen ist, dürfen wir doch wohl der Regierung dankbar sein dafür, ׳daß sie unser Recht anerkannt und verwirklicht hat; die Synagogenordnung aber ist, wie wir nachgewtesen zu haben uns schmeicheln, keineswegs ein solches Werk, daß dem Könige dafür ein solcher Dank gebührt, wie ihm die Rabbinen gezollt. Gesetzt aber wirklich, sie wäre ohne Verletzung der Gewissensfreiheit der Gemeinden und des Einzelnen, ohne Erschütterung der Grundlagen unseres Glaubens ins Leben getreten, sie wäre wirklich die größte Wohlthat für die jüdische Bevölkerung, so würde damit noch immer nicht eine Danksagung gerechtfertigt sein, wie die vorliegende, die nur am Hofe Ludwtgs XIV. freilich mit etwas mehr Feinheit und Grazie und mit etwas weniger plump aufgetragener Schmeichelei, am Platze gewesen wäre. Wenn Juden, die der Welt Licht und Wahrheit zu chringen bestimmt!sind, nicht anstehen, an der elendesten und schmählichsten Menscheuvergöttcrung Theil.zu nehmen; wenn das Gottesfeuer der heiligen Schrift, das in die weitesten Fernen leuchten und überall die düstere Finsterniß verscheuchen sollte, zum Transparente sich hcrgebcn muß um den Namenszug des Königs zu illuminiren und wo dies die thuu, die Träger der Thorakeuutniß sein sollen im Aufträge der Gemeinden Israels, — da steht es schlimm, sehr schlimm mit der Thora; da hat Israel gänzlich vergessen, was es ist und hat in eitlem Bestrebe», sich mit den Völkern zu amalgamiren, den Schatz aufgegeben, der unvergänglicher, als Vvlkergunst, und hat dafür eingetauscht die Unsitte, von der die Menschheit zu befreien es bestimmt ist. Aber, dem Herrn sei Dank, noch ist cs in unserem Lande nicht so weit gekommen; noch kennen die Gemeinden Israels. ihre Bestimmuug oder haben wenigstens soweit ein richtiges Gefühl von ihr daß sie solch elende Schmeichelei als ihrer unwürdig verwerfen und, wären sie darum gefragt, nimmermehr dazu ihre Zustimmung würden gegeben haben So viel wir nämlich erfahren können, ׳haben die'Rabbinen ohne von den Gemeinden die geringste Autorisation

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