Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1861-07-01 · Heft 10 (Juli 1861) · p. 556

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 10 (Juli 1861)
Article
Des Herrn Oberrabbiner Rapoport Dibre schalom ve-emet [Rezension]
Date
1861-07-01
Page
556 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932891-2932902-2945968--06691-2946022
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1 556. Des Herrn Oberrabbiner Rapoport I geboten. Aber er docirt diese seine Grundsätze in einem Handbuch z für die seinen Händen anvertrauten Jünglinge, für künftige Lehrer!- und Rabbinen. Er ist selber Leiter dieser Pflanzstätte einstiger Trä- Z ger der Gotteslehre in Israels Gemeinden. Es handelt sich somit ganz eigentlich um die. ganz praktische Frage, ob Israels Gemeinden aus Grund solcher Grundsätze herangebildete Lehrer und Rabbtner haben sollen, haben wollen, handelt sich um die Zukunft des einzigen heiligsten Gemeingutes der ganzen jüdischen Volksgemetne, um die מורשה und מאורסה der ganzen קהלת יעקב, und da dürfte diese קהלת יעקב unaufgeklärt bleiben über den Verrath, über die Gefahr, die ihrem heiligsten angetrauten Gute drohen, da wäre es nicht Pflicht, unserm ganzen Volke die Augen zu öffnen über das, was sich in einer Bildungsstätte seiner künftigen Lehrer und Leiter begiebt? Sind es nicht Lehrer, denen es einst seine Kinder, sind es nicht Rabbinen, denen es einst seine Gemeinden mit ihrer תורה und עבורה anvertrauen wird? Da soll man das Volk blind lassen über seine eigensten, heiligsten Interessen, da soll nur alles in der mysteriösen Hieroglyphensprache der Gelehrten verhandelt werden, damit nur beileibe das Laienvolk nichts davon erfahre, damit nur alles hübsch ruhig und friedlich, ohne Streit und Skandal ablaufe; mag immerhin dann einst das einfältige Latenvolk blind zutappen und seine heiligsten Interessen Männern anvertrauen, denen seine Kinder und Gemeinden zu übergeben es vielleicht, wenn es die Grundsätze ihrer Heranbildung kennen sollte, als die schreiendste Versündigung an Gott und seinem Heiligthum betrachten würde,— was thuts, mag die Wahrheit zu Grabe gehen, der Friede ist doch gerettet! Nein, Herr, so verstehen wir die Aufgabe des שרום und אמת nicht. Nur was Gott gewährt, Gott bereitet, was von Gott ausgeht ist שלוס.ואמת; denn sein שלום, die Friedensharmonie, die er gestaltet, ist selber nichts anders als die Verwirklichung der Wahrheit, des אמת. Allein, wo dem Menschen, wo uns unsere Ausgabe gezeichnet wird, da lautet sie überall אמת ושלום, erst Wahrheit, dann Friede: האמת והשלום אהבו — אמת ומשפט שלום שפטו בשעריכם! Denn der Friede ist nicht ein Vater der Wahrheit, Friede ist ein Kind der Wahrheit. Gewinnet das Volk für die Wahrheit, für die unveräußerliche, und wo es heilige Gcsammtintereffen gilt selbst für den Frieden nicht feile Wahrheit, und der Friede, der ewige, wahr-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.