Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1861-07-01 · Heft 10 (Juli 1861) · p. 555

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 10 (Juli 1861)
Article
Des Herrn Oberrabbiner Rapoport Dibre schalom ve-emet [Rezension]
Date
1861-07-01
Page
555 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2932891-2932902-2945968--06690-2946021
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

555 1ברי שלוס ואמה : henden Siechthums gerichtet werde, also halten wir es für Pflicht eines Jeden, wo er ein Gebrechen kn den GesammtheitSzuständen entdeckt, dessen Beseitigung seine und seiner nächsten Genossen Kräfte übersteigt, dasselbe zur größtmöglichsten Kunde zu bringen, aus daß Jeder der kann zugretfe und den Kampf mit dem Nebel vollbringen helfe. Wenn schon für Privatleiden die Weisheit unserer Weisen lehrt יודיע צערו לרבים, da dürste man die Gesammthett über ihre eigenen Krankheitszustände unaufgeklärt lassen? Im Sumpfe esoterischer Heimlichkeit schleicht das Miasma des Todes; die frische Lust der Oeffentlichkeit trägt überall die Keime des Lebens. Wir kennen ferner nicht Eine Frage des jüdischen Wissens und Lebens, die nicht vor dem Forum der größten OeffentlichkLit verhandelt werden dürste, und für welche nicht die allgemeinste Betheiligung des jüdischen Volkes in seiner edelsten und vollsten Bedentüng zu wünschen wäre. Wie unsere Weisen des Talmuds ihre Ver- Handlungen in der populärsten Umgangssprache iitedergeschrtebeN; wie zu allen Zetten sodann die Kenntniß des Hebräischen und Radbtnischen durch alle Schichten des Volkes überall eben deßyalb die angelegentlichste Pflege fand, damit jeder Jude Alles verstehen, und an den nationalen Anliegen der Wissenschaft und Literatur sich betheiltgen könne; wie sodann die Heroen unserer spanisch-arabischen Periode die meisten ihrer Schriften arabisch schrieben, und sie eben damit für alle Genossen ihres Kreises zugänglich machten: eben so hat unser Volk in unserer Zeit, in welcher man leider die Kenntniß des Hebräischen und Rabbintschen in die StUdirstube des Gelehrten verbannt, das Recht zu fordern, daß die nationalen Anliegen seiner Wissenschaft und seines Lebens in ihm zugänglicher Sprache verhandelt werden. Und nun zumal diese Angelegenheit, in der wir hier das deutsche öffentliche Wort ergriffen. Von vorn herein haben wir offen erklärt, daß es sich hier nicht um ein gelehrtes, wissenschaftliches Interesse handelt. Herr Frankel hat seine die GrnNdprincipicn des ravbiilischen Judenthums verleugnenden Ansichten mit keiner Silbe begründet, docirt sie vielmehr auf die unwissenschaftlichste Weise ohne alle wettere Begründung, ohne die geringste Widerlegung der seit Jahrtausenden entgegenstehenden Doktrinen der jüdischen Wissenschaft. Der Wissenschaft hat er nichts

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.