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Jeschurun · 1861-07-01 · Heft 10 (Juli 1861) · p. 554

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 10 (Juli 1861)
Article
Des Herrn Oberrabbiner Rapoport Dibre schalom ve-emet [Rezension]
Date
1861-07-01
Page
554 (sequence 11)
Language
German
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534 Des Herrn Oberrqvbiner Rapoport Wir sind nur ein bischen gespannt, welche Berachoth der Herr nun erst gar für seinen Freund in Petto hat, wenn dieser, wider Erwarten, seineu wiederholten, ernst dringenden und ergreifenden Beschwörungen, doch endlich den Mund zu offnen und mit einem entschiedenen unzweideutigen Worte der Wahrheit die Ehre zu geben, nicht Folge leisten sollte. Hiermit müssen wir uns jedoch allem Anscheine nach noch geraume Zeit in Geduld fassen, und wollen daher inzwischen Herrn Rapoport noch auf einen Punkt erwiedern, der ihm am meisten am Herzen zu liegen scheint, und dies um so lieber, da wir in der Thal auf diese Angelegenheit nicht wieder zurückzukommen gedenken und dieselbe als völlig erledigt betrachten, so lange Herr Frankel nicht selber das Wort ergreift. Mehr als Alles, was Herrn Rapoport gegen uns aufgebracht und was er am unverzeihlichsten und unbegreiflichsten in unserm Verfahren findet, ist, daß wir die ganze Angelegenheit in deutscher Sprache verhandelt. Er begreift nicht was wir damit bezweckt, wem wir damit genützt und wie wir es gewagt, durch diese deutschen Verhandlungen der ganzen jüdischen und nichtjüdischen Welt einen Einblick in unsere Zustände zu eröffnen und den jüdischon Partheien aller Farben und den nichtjüdischen Behörden und Männern aller Gesinnungen unsere Schmach blos und das Wort in den Mund zu legen, daß es selbst Rabbiner und Lehrer unter .uns gebe, die unsere Religion und den Glauben der ihnen anvertränten Gemeinden leugnen u. s. w. Und er sieht ein ganzes Heer von Uebeln und nicht das geringste Gute aus unserm Verfahren erwachsen, lediglich weil wir deutsch geschrieben, und nicht hebräisch, das nur Männer von Fach verstanden hätten — Hierauf geben wir Herrn Rapoport den vollsten, offensten Bescheid. Nicht nur in dieser, nicht nur in jüdischer Angelegenheit, für jede Sache der Gesammtheit, insbesondere aber wo es gilt ein Gesammtgebrechen zu heilen, halten wir die größtmöglichste Oeffentlichkeit überhaupt für den ersten und bedeutsamsten Schritt zur Heilung selbst. Wie da, wo ein vitales Organ leidet, der ganze Körper in Mtleidenschast gezogen werden, muß, auf daß von allen Seiten, wo nur eine Nebel fortstoßende, eine Genesung fördernde Heilkraft schlnmwert, dieselbe geweckt und auf die Ueberwindung des Leben bedro-

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