Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1861)
- Article
- Grundlinien einer jüdischen Symbolik
- Date
- 1861-07-01
- Page
- 533 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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532 Grundlinien einer jüdischen Syuiboli!. die sieben Lichter nicht als eine einfache Stebcnzahl, sondern als eins und sechs zu begreifen, als ein Eins, aus welchem sechse hervorgehen und in welchem die sechse sich wieder zusammenfinden. Nun hat sich uns bereits in unfern Versuchen über Mtlah und Zie- -zith (Jahr. 1858 u. 1859) die Zahl Sechs als Zeichen der sinnlichen Schöpfungswelt und in Verbindung damit die Zahl Eins, das Siebte, als Zeichen für den Einen, Uebersinnltchen, außerhalb der sinnlichen Welt und in Verbindung mit ihr stehende, als Zeichen für den Einen Einzigen Gott, und für das von ihm stammende Göttliche dargestellt. Demgemäß hätten wir den ein en Mittelstamm mit seinem einen Mittellichte als den zu Gott emporstrebcnde Geist des Erkennend und Wollend, als den G o t t e s - Erkenntniß und Gottes-Dienst anstrcbenden Geist zu begreifen, in den sechs Armen mit ihren sechs Lichtern hingegen die der sinnlichen Welt zugewandten geistigen Bestrebungen des Erkennens und Wollens zu erblicken. Indem aber der Eine Mittelstamm selbst sich in diese sechs Seitenarme akzwetgt, die sechs Seitenarme ans dem einen Mittelstamm hervorgehen und mit ihren sechs Settenlichtern in die Richtung des einen Mittellichtcs Zusammengehen, ist aber der in dem Heiligthum des göttlichen Gesetzes gepflegte Geist der Gottes-Erkenntniß und des Gottes-Dienstes kein abstrakter, isolircnder, der Welt, ihrer Erkenntniß und ihren Thatbestrebungen abgcwandtcr, sondern vielmehr eben ein solcher, der in den Welt erkennenden und Welt bauenden Bestrebungen des Geistes und der That seine volle Bethätigung findet, und hören alle die auf die Welt, ihre Erkenntniß und ihre Anforderungen gerichteten Bestrebungen des Geistes und der That eben damit auf, von Gott, seiner Erkenntniß und seinem Dienste fremd und abgewandt zu sein; vielmehr finden sie eben in dem Gott zugewandten Erkennen und Wollen ihren eigenen Ausgangs- und Zielpuukt, den ganzen Boden ihrer Berechtigung und Weihe; alle Wissenschaft und sittliche That hat ihren Anfang aus Gott und ihr Ziel- und ihren Höhepunkt in Gott; alles wahre Geistige und Sittliche hat nur einen Boden, eine Wurzel, ein Ziel: Gott ist sein Anfang und Gott sein Ende/1!החלה הכמה יראו und ראשית הכמה יראת ר׳ ~ Anfang der Weisheit ist Gottesfurcht und Blüthe der Weisheit ist Gottesfurcht — Während in der Anordnung des göttlichen Wortes zuerst diese