Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1861-07-01 · Heft 10 (Juli 1861) · p. 529

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 10 (Juli 1861)
Article
Grundlinien einer jüdischen Symbolik
Date
1861-07-01
Page
529 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2932891-2932902-2945964--06657-2945994
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

528 Grundlinien einer jüdischen SMdolikallgemein verständliche sein, daß die Gegenfrage des Engels: Weißt du denn nicht, was diese bedeuten? wie ein halber Vorwurf klingt, daß der Prophet zum Verständniß dieser symbolischen Erscheinung noch des besondern Aufschlusses bedürfe. Bemerken wir zugleich, daß wenn Serubabel hier auf den Gottes Geist als auf dasjenige hingewiesen wird, womit und wodurch er seine Sendung vollbringen werde, hier wiederum Geist nicht als bloßes Medium der Erkenntniß, sondern zugleich als Medium der vollbringenden That erscheint. Denn das Wort war an.Serubabel, den Führer, nicht den Lehrer der Volkes gerichtet, der den Gotteswillen nicht zu lehren, svndern zu erkennen und zu vollbringen hatte, dem die Legung eines Grundsteins anvertraut worden, auf den und dessen zu vollendenden Ausbau die ״Fülle der göttlichen Vorsehung" gerichtet!rar. Hat uns doch im Uebrigen das göttliche Wort an anderer Stelle selbst ausgesprochen, welcher Art und welchen Inhalts der Geist sei, den Gott ״seinen Geist" nennt, זנחה ענייו, heißt es Zcsaias 11, 2 von dem aus Jischais Wurzelstamm zu erwartenden Reis, '1 רוח, und dieser Geist Gottes wird sofort näher erklärt als 'רוח חכמה ובינה, רוח עצה גבורה, רוח דעת ויראת. ד, als der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rathes und der Stärke, der Geist der Kenntntß und der Gottesfurcht, und dürfte damit ebenfalls unzweifelhaft bestätigt sein, daß der Geist, den Gott seinen Geist nennt, und der, wie uns Secharja belehrt, durch den Lampenlenchter vergegenwärtigt wird, nicht ein Geist blos theoretischer Kenntniß und Erkenntniß sei, sondern die Erkenntniß und die That zu gleicher Zeit vermittelt. מגורה .2 Wenn aber das Licht, das die Menorah trägt, den voll Gott verliehenen Geist der Erkenntniß und der That vergegenwärtigt, in welcher Bedeutung steht nun dieser Leuchter zu dem Lichte, das er trägt? Vergegenwärtige wir ihn uns in seiner äußern Erscheinung, so kündigt er sich mit seinem Blüthenschastfuß ירכה ופרהה, seinem Stamm und seinen Armen mit ihren mandelförmigen Kelchen, Knaufen und Blüthen, קנה וקנים עם גביעים כפתורים ופרחיס משוקדים, sofort als einen Baum an, der sich, von seinem Wurzelstock aufwärts blühend, zum Träger dieses Lichtes entwickelt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.