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Jeschurun · 1861-07-01 · Heft 10 (Juli 1861) · p. 514

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 10 (Juli 1861)
Article
Thamus
Date
1861-07-01
Page
514 (sequence 4)
Language
German
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514 Thamus. daß jede Zeit sich im Lichte der Gotteswahrhcit begreifen und verstehen lerne, und die Summe der wahren Erkenntniß wachse, die die \ Vorbedingung aller Hoffnung kommenden Heiles 'bildet.; Auch, für die drei Wochen der Sommerfasten haben sie »ns j das Propheten-Buch aufgeschlagen und immer wieder und wieder j sind wir damit geladen, durch die Enthüllungen des göttlichen Worj tes unsere Vergangenheit verstehen, unsere Zukunft ahnen, aber auch j unsere Gegenwart unter dem Strahl dieses göttlichen Lichtes erkennen und würdigen zu lernen. j שמעו דבר ר׳ j ״Höret das Wort Gottes!" so tritt das Eine dieser Prophetenworte j in unfern Kreis, ״Höret das Wort Gottes, Haus Jakob's und alle Familien des Hauses Israel!" Ist es nicht eigentümlich, und wohl des ernsten Anmerkens werth, wie wir hier dem Gotteswort nur in unserm Jakob-Charakj ter als einheitliches Haus, als Israel jedoch in mehreren Familien auseinandergehend gegenwärtig sind, die erst zu erinnern waren, daß sie doch einem Hause angehören? ״Haus Jakob's!" ״Familien des Hauses Israel!" Unsere ganze Geschichte, unsere Vergangenheit — und nicht unsere Gegenwart auch? — liegt in dieser einzigen Apostrophe. Als ״Jaakob", als Fersehaltender, hinkender Galuth-Stamm waren — und sind wir — zu allen Zetten eine nntheilbarc Einheit. Das nationale Leidensgeschick ist für Alle mit gleichem Ernst verhängt. Dem fanatisch-blinden oder dem selbsüchtig-klugen Judenhaß gegenüber war die ״Judenschaft", war das ״Judenvolk" von je in seiner Gesammtheit ein unterschiedloser, summarischer Gegenstand — Jud bleibt Jud in allen Schatttrungen — und auch wir selbst, unter dem Druck der äußern Verhältnisse, unter dem Aufschrei einer anßern Mißhandlung spricht am lautesten unser Gesammtbewußtsetn, fühlen wir uns am innigsten als Eines Hauses Glieder, als ״Jaakob", sind wir am innigsten und am dauerndsten Eins. Mein als ״Israel", in Beziehung zu der uns gestellten Aufgabe, ״das gottverherrlichende Priester-Reich und heilige Volk z>t sein", sieht uns das Propheten-Wort in Familien und Sippschaften auseinandergehend, war schon vor seiner Zeit jene große Klüftung in dem HMgthum zugewandte ״Juden", und der Nachahmung der Fremden zugewandte ״Israeliten", — und wenn seinem Blicke gar— unsere Zeit

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