Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1861)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1861-06-01
- Page
- 499 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Die allgemeine Synagogenordnung für das Königreich Hannover. 499;׳ ״Es soll auf feruerweite (?) Vereinfachung des Gottesdienstes durch Abschaffung von Mißbräuchen, Kürzung der פיוטים u. s. w. thunlichst Bedacht genommen werden." Eines Commentars bedürfen diese Worte wahrlich nicht, in denen Kürzung der פיוטים neben Abschaffung von Mißbräuchen steht, so daß die פיוטים nur als ein Mißbrauch angesehen zu werden scheinen und ihre Abschaffung oder Kürzung als ein verdienstliches Werk gilt. Und dabei ist diese Vollzugsordnung mit Genehmigung des Landrabbiners Dr, Meyer vom Gemetndeausschusse in Cultus- Angelegenheiten erlassen, dabei ist ausdrücklich in derselben bestimmt, daß wesentliche Abänderungen des Ritus und der Liturgie der Zustimmnng der Gemeindeversammlung bedürfen; es ist also jedenfalls klar, daß weder Dr. Meyer, noch dem Gemeindeansschuß die Kürzung von פיוטים für eine ״wesentliche Veränderung des Ritus und der Liturgie" gilt. Welche Conseqnenzen sich hieraus für das historisch-positive Judenthum des Herrn Du Meyer ergeben, — wollen wir nicht untersuchen. Wahrend Herr Dr. Meyer so durch das Organ des Gemeindeausschusses seine Reformen der gehorsam schweigenden Gemeinde dekretirt, ist Herr Dr. Landsberg in Hildcöheim wirklich so ehrlich die seinigcn als wesentliche Abänderungen aufzufassen, und so gnäbig sie seinen Gemeinden nicht aufdringen zu wollen. Er empfiehlt sie ihnen also nur; aber wir glauben, daß auch schon die Empfehlung einer Gebetordnung, aus beu איזהו מקומן und במה מרליקין neb fl den Jozeroth und Piutim von allen Sabbathen des Jahres verbannt, die heiligsten Gebete verstümmelt oder in gesetzwidriger Weise zu beten, dafür aber deutsche, vom Kon platisir des Rabbiners abhängende Choräle einzuführen sind, ein redendes Zeugniß für den Stand- Punkt des Herrn L. ist, glauben ferner, daß ein ״positiv-historisches Judenthum" nach Herrn Landsbergs Sinne für die nichthildeshetmische jüdische Welt sehr wenig Grund zum Neide auf jenes glückliche Land gewährt. Indessen sehen wir, wir sind von der Besprechung der Synagogenordnung durch jene auS ihr gezogenen Conseqnenzen abgeführt worden und eine unwiderstehliche Sehnsucht zieht uns zu ihr zurück. Ist es doch eben allen jenen Werken, in denen sich der menschliche Geist am schönsten offenbart, eigen, daß sie den Leser gar wunder-