Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1861)
- Article
- Ein Sendschreiben [Rezension]
- Date
- 1861-06-01
- Page
- 490 (sequence 21)
- Language
- German
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490 Hr». vr. Z. Frankls hsdrgctlscheö Werk über die Mtschnah!c. der Jahres- und Monats-Bestimmung außerhalb Palästina'K vorzunehmen. R. Joßt S. Kippur und der Enkel des Sacharjah's S. Kabutal wurden deßhalb zu Diaspora gesandt um den Brüdern in der Diaspora zu sagen, daß sie dem Chananja kein Gehör schenken sollten. Fügten sie sich, so sei es gut, wo nicht, so sollten sie einen Berg besteigen u. s. w. sollten öffentlich ihren Abfall aussprechcn, und sagen, wir haben keinen Thetl mehr am Gotte Israels! Sofort brach das ganze Volk in Weinen aus und sagte : Bchüthe Gott, wir haben Theil u. s. w. und, fügt die Gemara hinzu, weßhalb dies Alles? Weil es gesagt ist: deny nur von Zion hat die Thora auszugehen und Gottes Wort von Jeruschalaim. So weit die Gemara. Und nun erwäge man : Chananja hatte kein in der Thora ausdrücklich ausgesprochenes Gesetz übertreten, hatte nichts gelehrt was den Gruudprincipien der Thora zuwider ist; er hatte nur in der Metnung geirrt, daß mit ihm der größte Mann, somit die nationale Autorität sich im Auslande befinde — und gleichwohl hat man gegegen ihn die ganze Welt ausgerufey, damit man ihm nicht nachfolge, hat nicht geschwiegen, hat seiner nicht geschont; geschweige denn, daß uns in unvergleichlichem Uehermaß die Verpflichtung obliegt, das von Herrn Frankel Ausgegangene öffentlich zu beleuchten, damit man ihm nicht Nachfolge, damit prüfe wer prüfen will, damit sehe wer Augen zum Sehen hat und nicht geflissentlich die Augen verschließen will, wo der reine, wahrhaftige Weg des jüdischen PrincipeS sei. Wir haben in diesem Sendschreiben keineswegs eine vollständige Kritik der Darke Hamischna geben wollen. Wir haben diese Hodegetik lediglich aus einem einzigen Gesichtspunkte, demjenigen, ihres Verhaltens zu den drei großen Bestandtheilen der mündlichen Lehre besprechen wollen nach der von Maimonides in seiner Einleitung zur Mischna gegebenen Aufstellung. Wollte» wir alle die Fehler und Verstöße gegen die Wissenschaft und Wahrheit beleuchten, die in dem Buche des Herrn Frankel enthalte» sind, wir hätten wahrlich ein weites und ergiebiges Feld. Allein wir halten es fast der jüdischen Wissenschaft und der jüdischen Wahrheit unwürdig auf die Einzelheiten eines Buches weiter einzugehe», daS sich schon in seinen Grund-Sätzen und Grund-Anschauungen so sehr von den Fundamentalpriucipien der jüdischen Wissenschaft und Wahrheit entfernt.