Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1861)
- Article
- Ein Sendschreiben [Rezension]
- Date
- 1861-06-01
- Page
- 489 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Von Gottlieb Fischer. 489 biner-Versammlung in Frankfurt diese verlassen und öffentlich gegen dieselbe aufgetreten. Und in der That hatten dieselben auch zu große Schritte auf einmal gethan, hatten rückhaltlos in größter Publicität ihr Inneres wie es braven Männern geziemt offenbart, die Mund und Hand trcueDiener und Herolde des Herzens sein lassen, hatten ausdrücklich ihre Absicht erklärt ״eine durchgreifende Reform" des Gesetzes und der Religion zu schaffen. Von ahnen war die Gefahr nicht so drohend. Von ihnen läßt sich kein gesetztrcuer Jude irre führen. Allein Herr Frankel, der ihren Weg verwarf und erklärte, er wolle nur ״eine gemäßigte Reform", der in der Mitte stehen, für Anhänger des gesetzestreuen Judenthums gelten will und Jenen widerspricht, die unsere Chachamim geradezu herabwürdigen, er aber diese ehrt und ihnen das Zeugntß wahrheitsliebender, in redlicher Absicht handelnder Männer ertheilt, wenn e r nun von anderer Seite kommt zu sagen, daß alle die Erklärungen, die uns die Chachamim über den Sinn des Gesetzes mitgetheilt, und alle die Regeln, auf welchen sie ihre Forschungen gegründet, nur ans ihrem Sinne geschöpfte und vereinbarte Erklärungen, ohne irgend göttliche Offenbarung vom Sinai und jene Regeln ihnen nicht von! Sinai überliefert, sondern ebenfalls nur von ihnen ansgestellt seien: dann wahrlich ist die Gefahr durch ihn weit größer als durch alle Tagsatzungen der wetland Rabbiner-Versammlungen, daß Viele durch ihn von der Wahrheit des auf göttlicher Tradition beruhenden Judenthums abgeführt werden würden! War er ja ein Gegner dl ser Versammlungen, hat sich dadurch den Namen eines Kämpen der Wahrheit erworben, und ist dadurch ganz geeignet, manchen Treuen und das Gute Wollenden auf seinen Abweg hinüber zu leiten. Darum ist es doppelte Pflicht, so lant als irgend möglich es auszusprechen: Wenn glei ch H err Dr. Frankel znrückgetreten und die Lüge jener Versammlungen verlassen hat, so hat er gleichwohl selbst nicht den Weg des Geraden und Wahren betreten. Der Abwege gibt es viele. Der wahre und rechte Weg ist nur einer. Mögen die redlichen Leser, die mir bis hierher gefolgt, et- Blick auf die Erjählung Berachoth 63. werfen! Dort heißt es, Chananja, der Neffe des RabbiLosua hatte sich erlaubt, die Regulirung