Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1861-06-01 · Heft 9 (Juni 1861) · p. 474

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 9 (Juni 1861)
Article
Ein Sendschreiben [Rezension]
Date
1861-06-01
Page
474 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2932891-2932901-2945895--06591-2945921
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

474 Hm. Dr. Z. Frankels hodegettsches Werk über die Mischna rc. ben in entgegengesetzter Weise. ״Gestern Haft du mich doch nicht so gelehrt?" fragte ihn der Heide. ״Verläffest du dich nicht schon bet den Buchstaben auf meine Ueberltefernag, fo verlasse dich auch hinsichtlich der mündlichen Lehre auf mich!" erwiederte Hillel, und hatte ihm wohl damit nichts Anderes gesagt, als: so wie du schwerlich glauben kannst, daß ich der Erfinder der Buchstaben sei, daß ich aus meinem Sinn es erfunden, daß diese Form den Laut א und jene den Laut 2 bedeute, sondern die Bedeutung der Buchstaben auf mich durch Ueberlieferung vom Berge Sinai gekommen, eben so wenig mögest du glauben, daß die mündliche Lehre, die ich dich lehren will, menschliche Erfindung sei. Hillel in seiner Sanstmuth hat dem Heiden nicht gezürnt. Hätte er aber vielleicht von einem Nabbinen, Lehrer und Leiter einer Jcschiba, die Aeußerung gehört, er, Hillel, sei der Erste gewesen, der die Gesera schawa erfunden, oder unsere Chachamim hätten die Interpretations-Regeln ausgestellt ohne sie vom Sinai tradirt erhalten zu haben, so hätte wahrlich Hillel auch seine Sanftmuth verlassen und er hätte einen solchen Rabbtnen ebenso zürnend wie Schamat den Heiden zurückgewiesen. Und in der That, wollten wir auch geflissentlich vor allem andern die Augen verschließen nnd nur die Stellen erwägen, auf die Herr Frankel selbst verweist, Babli Peßachim 66, und Jeruschalmi das. VI. 1 den Vorgang mit den Bene Bathira, so würde auch dort die Widerlegung des Herrn Frankel und der Beweis klar vorliegen, daß seine Doktrin der faktischen Wahrheit geradezu zuwider ist; denn es ist eben dort völlig evident, daß die Jnterpretattonsregeln ihrem Wesen und ihren allgemeinen Bestimmungen nach vom Sinai tradirt sind. Die Hillel'sche Diskussionswetse beleuchtet Talm. Babli das. mit der Frage: וכי מאחר תמר גז׳ש קו׳ ל׳ל׳, und commentirt Raschi das-: וכי מאחר תמר מרבותיו שגז״ש זו לכך באה דק׳י׳ל אין ארם דן נז״ש מעצמו אלא א״כ נתקבלה ובאה מסיני דדלמא קרא למלתא אחריתו אחא וכיון דחוא כך קיבל הרי הוא כמו שנכתב בפירוש ולמה ליה ק״ו שהוא דבר סברא מדעתו ומלבי, welche Frage dann damit erledigt wird: דלרירהו קאמר להו בשלמא גז״ש לא נמריתו דאין אדם דן נ״ ש מעצמו אלא ק״ו רארם דן מעצמו איבעי לכו למיד!, somit ist nach Nascht doch völlig evident, daß cS doch jedenfalls eine vom Sinai tradirte Gesera schawa gicbt, wie konnte demnach Herr Frankel seine Hörer

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.