Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1861)
- Article
- Ein Sendschreiben [Rezension]
- Date
- 1861-06-01
- Page
- 472 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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472 Hrn. Dr, 3. Frankels hodcgetisches Werk über die Mtschnah rc. denthums zu sein, der nicht anerkennt, daß die Jnterpretations-Regeln, vermittelst welcher unsere Chachamim die Thora erforscht — יג' מרוח שהתורה נדרשת בהן — von Gott dem Moses übergeben worden um damit der Controvexse unterliegende Ableitungen auS der Thora zu forschen. Wir werden jedoch auch hier uns beschränken lediglich Worte unserer Chachamim und Rnbbinen denen des Herrn Frankel gegenüber zu stellen. S. 10 lehrt die Hodegettk: ״Mehr noch, als daß sie die Ha- ״lacha an den Tcrt angcfügt, haben sie dieselbe durch das Licht ih- ״res Verstandes producirt und erweitert u. s. w. und damit ״die Wahrheit nicht fehle, הציגו כללים haben sie Regeln ausge- ״stellt, die Midoth genannt werden und aus deren Grund die ״Thora geforscht wird. Hillel war d-r erste, der sie gesammelt und ״in der Zahl sieben aufgestellt;" und ferner ebendas.: ״der Erste, ״von dem wir eine Gesera schawa finden, ist Hillel". Aus dem dort Gesagten ergiebt sich, daß die in der Zeit der Thannaim erfundene Gesera schawa ursprünglich nicht eine Analogie aus Grund gleichlautender Worte, sondern eine logische ״Begriffs-Analogie" von der Bedeutung einer »:גלוי מלת gewesen. S. 20 Anm. soll jedoch auS Jerusch. Peßachim VI. 1. erwiesen sein, daß aber die Bene Bathtra nicht einmal die Geltung einer solchen dem Hillel zugestehen wollten. Dies sei die Weise der Thannaim gewesen. Die Amoraim aber, welche Motive für die Lehrsätze der Thannaim suchten, waren zuerst darauf gekommen, eine Gesera schawa auf blos gleichlautende Worte zu gründen. Vergegenwärtigen uns, was der Verfasser über diesen Gegenstand gesagt, so wären die Thannaim und Sugoth die Ersten gewesen, welche die Aufstellung der Midothregeln erfunden hatten, vor ihrer Zeit hätte man nichts von einer Folgerung durch Gesera schawa gewußt. Schon früher ist sein College Dr. Grätz ihm mit dieser verkehrten Behauptung vorangegangen, ist aber bereits vom Rabbiner Hirsch in früher» Jahrgängen des Jeschurun so völlig und gründlich widerlegt worden, daß dem kaum noch etwas htnznzufügen wäre. Herr vr. Grätz ist jedoch Historiograph, und wenn seine Historien mehr Dichtung als Wahrheit enthalten, so erwächst daraus noch nicht eine so verderbliche Gefahr. Allein Herr vr. Frankel hat jüdische Jünglinge um sich versammelt, sie das göttliche Gesetz zu lehren, und giebt ihnen ein von ihm ver-