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Jeschurun · 1861-06-01 · Heft 9 (Juni 1861) · p. 467

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 9 (Juni 1861)
Article
Siwan
Date
1861-06-01
Page
467 (sequence 5)
Language
German
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Ein Blick in ein altejüdische- Tagebuch. 467 ״Freude gewesen, so wäre ich in meinem Jammer verkommen. ״Nimmer nun vergesse ich deine Gebote; denn durch sie hast du ״mich lebendig erhalten! ״.לעולם לא אשכח פקודיך כי בם חייתני לעולם לא אשכח פקודיך כי בם חייתני! Sollte dies in der That nicht das Gesammtgelübde sein, mit welchem wir die lichtvollere, freiere Neuzeit hätten antrcten sollen, sollte der Rückblick auf Alles, was diese Thora und diese Mizwoth uns geworden, ein anderes Gefühl in unserer Brust, ein anderes Wort auf unfern Lippen, als den Schwur zu wecken vermögen: Nimmer nun vergesse ich deine Gebote, denn durch sie hast du mich lebendig erhalten? Und sollten wir nicht alle von Jahr zu Jahr, so oft uns das Gedächtnißfest unserer Gesetzgebung wieder im Geiste mit den Vätern um de» Stnai versammelt, sollten wir da nicht Alle, Jeder für seinen Theil und für den Kreis des Lebens und Wirkens, der ihm angewiesen, hiermit das Stnaigelöbniß uns im Herzen erneuen, unsere ganze Thatkraft einzusetzen für die Erfüllung dieses göttlichen Gesetzes und für die Rettung desselben zum bleibenden Erbgut auch für unsere Kinder und Kindeskinder? Soll uns der wieder wach gewordene Geist des Abfalls entmuthigen, oder sollen wir nicht wie den Trost, so auch den Muth eines frommen Gemnthes anö jenem alten Tagebuche lernen, der bei jeder trüben Erfahrung wachsender Gesetzesuytreue nur das Eine zu sich spricht: ״Umsomehr ist es eine Zeit für Gott zu wirken, je mehr man seinem Gesetze störend eutgegentritt!" O, wie viel hätten wir aus diesem Tagebuche zu lernen! Wie zeichnet eine jede Zeile dieser ״acht Alphabete" den Weg, aus dem wir zu jeder Zeit, auf dem wir vor allen in Zeiten so ernster innerer Prüfung allein unserer Pflicht zu genügen und mit dieser Pflichterfüllung allein in ewigem Fortschritt uns zu bewegen vermögm! Da würden wir lernen, wie die ״Frommen", die wahrhaft Frommen, תמים׳ דדך, ihren Gotteskamps, ihr Streben und Wirken für Gott zu allererst mit sich selber beginnen und unablässig, fortsetzen, wie sie zu allererst sich zu bessern, sich, ihr ganzes innereS und äußeres Leben unaufhörlich nach dem Maßstabe des göttlichen Gesetzes zu gestalten sich bemühen und darum, אך לא פעלו עולה בדדכיו חלבו, selbst wenn sie sich bis jetzt keines Unrechts bewußt sind, bis jetzt selbst in seinen Wegen gewandelt sind, doch nur immer tiefer, immer voller, immer klarer, das göttliche Gesetz zu lernen,

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