Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Herr Dr. Frankel
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 439 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932900-2945768--06521-2945861- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Herrn D1\ Frankels Erklärung. 439 mündliche, ebenso unmittelbar und gleichzeitig wie das schriftliche Gesetz von Gott stammende Offenbarung, sondern eben nur dieses Schriftliche. Alles, was das Judenthum außer dem schriftlichen Worte der Thora als Halacha verehrt, das hat, seinen Schriften zufolge, menschliche Forschung aus dieser Schrift und menschliche selbstständige Gedankenoperation geschaffen. Die Schrift und der menschliche Verstand.— nimmer aber ein außer der Schrift vorhandenes Gottes-Wort ist ihm Basis und Ursprung der Tradition. Das haben wir in unfern Artikeln aus seinen Schriften so evident nachgewiesen, und das liegt in seinen Schriften so entschieden -ausgeprägt vor, daß es allerdings leichter ist, dem ge-- genüber zu schweigen, als es auch um: mit Eurem klaren entschiedeneu Worte:zu widerlegen. Wennaber das Herrn Frankel nicht heißt, ״die Tradition untergraben", nicht heißt ״der Tradition ״״die"" Basis entziehen", so ist dies nur um so schlimmer. Don dem ״Nachweis eines Liefern wissenschaftlichen Gehaltes der Mischna" vermögen wir in seiner Schrift nichts zu finden; nicht einmal der Anlauf ist dazu gemacht. Dazu müßte auf den speciellen Inhalt der Mischna eingegangen werden. Sein Buch aber bleibt nur beim äußern Gerüste stehen. Man kann sein ganzes Werk in succüm und sanguinem ausgenommen haben, ohne auch nicht nur nicht zum Liefern, sondern auch nur zum einfachsten Verständniß des Inhalts Einer Mischna das Geringste gewonnen zu haben. Wo er hie und. da auf den Inhalt eingeht, da geschieht es in unkritischer, unwissenschaftlicher, tendentiöser Weise, die nur die Manier einer Historie dichtenden Methode auch Ln das ernste Gebiet der Halacha einzuführen versucht. Doch dies ist für unsere Frage von untergeordneter Bedeutung. Wichtiger ist die Versicherung, er habe das ״hohe Alter der Mischna", das ״hohe. Alter der Halacha im Allgemeinen" Nachweisen wollen. Wir verzichten darauf, bei dem lächerlich Kindischen dieser Versicherung lange zu verweilen. Wem ist es je eingefallen, dem. Inhalte der Mischna, der Halacha ein jüngeres Alter als die Zeiten der ':!אכנה,.■ der Hilleliden und der späteren Thanaim und das ist ja das hohe Alter, das die Hodegetik der Mischna und Halacha vindicirt — anzuweisen! 'Allein das müssen wir mit .aller Entschiedenheit hervorheben, daß mit dieser 27