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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 422

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
Date
1861-05-01
Page
422 (sequence 25)
Language
German
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422 Die Reform des jüdischen Gottesdienste-. den zehn Stoßen können natürlich nur je drei (d. h. entweder zwei Thekioth mit Schebarim oder mit T Hern ah oder mit Schedartm Thernah in der Mitte) die richtigen sein, die andern find unrichtig. Der Zuhörer hört also von den vorschriftsmäßigen Klangen nicht mehr als drei, während er um seiner Pflicht zu genügen, wie öden gezeigt worden, durchaus neun hören muß. Jedenfalls hätte Vers, besser gethan, die mittleren Stöße nicht wechseln zu lassen, sondern dreimal zwei Thekioth entweder mit Schebarim oder mit Thernah in der Mitte anzuordncn, wodurch er wenigstens nach einer Seite des Zweifels hin dem Gebote genügt hätte, oder etwa noch besser hätte er zwölf Stöße angeordnet, nämlich jedesmal Schebarim Thernah in der Mitte, wodurch er zufolge der Meinung des Nabbenit Tham (S. Thos. Rosch ha Schanah 33, 2 Ans. *שיעור) nothdürftig dem Zweifel nach allen Seiten gerecht geworden wäre; durch seine Anordnung hingegen schneidet er dem Zuhörer total die Möglichkeit ab, sich des Pflichtgebotes des Schofar gebührend vorschriftsmäßig entledigen zu können. (Vergl. Tur O. CH. C. 692. B. Jos. das.) Ich bin am Schlüsse, und wende mich an alle diejenigen, die noch nicht entschieden in das andere Lager, in das Lager der Neform, übergegangen, und daher noch eines unbefangenen Urtheils fähig find. Wer Augen hat zu sehen, der sehe! Die Männer der Reform haben sich fast Alle im Hause wie im Leben alles spectell jüdisch Religiösen entäußert. Die Speisegesctze werden übertreten, die Sabbathe und Fasttage öffentlich entweihet; kaum wird es eine religiöse Ceremonte geben, sei es Gebot oder Verbot, die sich noch der Hetltghaltung zu erfreuen hätte. Nur das Gebet ist noch geblieben, und zwar das Gebet an seltenen Tagen, an den hohen Festen; denn an gewöhnlichen Sabbathcn, also nur einmal in der Woche, hat geständlich selbst das Gebet für diese Männer keine Anziehungskraft. Und wie schwer fällt ihnen das Gebet auch für jene seltene Tage! Wie ist auch da noch der Reform alles zu lang,

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