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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 421

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Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
Date
1861-05-01
Page
421 (sequence 24)
Language
German
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Von Rabbiner D. Deutsch. 421 ha Schanah 16 a. b.) ״Einem solchen Grunde ist nicht Wetter nothig eatgegenzutreten*) und es würde gerathen sein, das Blasen an dieser Stelle ganz wegzulassen, wenn nicht gerade das Blasen vor dem Mußaph ein weit größeres Ansehen genösse als das während des Mußaph. Mag es daher bleiben, aber genug wird jedenfalls an zehn Stößen sein, und für den zweiten Tag dürfte es ganz Wegfällen." Wir bemerken hiergegen zweierlei. Zum ersten, nicht zu gebenken, daß es eine ganz eigeuthümltche Analogie ist, deswegen das Schofar total abzuschafsen und durch eine Musik zu ersehen, weil zu einer Zeit das Schofar von Trompeten begleitet worden, so ist es unwahr, daß zur Zeit der Mischnah eine Trompetenbegleitung des Schofar stattgcfunden habe. Eine Trompetenbegleitung fand nur im Tempel statt, nicht aber außerhalb desselben, wie Raba N. ha Schanah 27, 1 ausdrücklich sagt, was auch durch eine Baraitha bestätigt wird. Vergl. Maim. H. Thaanith C. 1, H. 4. Da nun zur Zeit der Mischnah der Tempel nicht mehr existirt hat, so konnte selbstverständlich das Schofar auch nicht von Trompeten begleitet werden. Zum zweiten aber ist es vorweg ungenau zu sagen, daß die Mischnah bloß drei Stöße an drei Stellen kennt, was zu dem Jrrthum Anlaß geben könnte, daß drei Stöße überhaupt genügen, während drei Stöße an jeder von den drei Stellen erforderltch seid; also zusammen neun Stöße (N. ha Schanah 33, 2. 34, 1. Maim. H. Schofar C. 3. H. 1 ff. und alle Autoren). Demnach aber ist es schwer begreiflich warum Vers, gerade zehn Stöße beliebt? Die Zahl zehn beweist, daß er die Mittlern Stöße wechseln läßt, nämlich a. Schebartm, b. Theruah, c. Schebarim Thcruah; er beabsichtigtigt also dem talmudischrn Zweifel Rechnung zu tragen. Aber in gedankenloser Weise genügt er dann eben durch seine Anordnung dem Pflichtgebote ganz und gar nicht; denn von *) S. R. Niffim b. Neuben z. St.: לערבב את השטן פי׳ להכניע אח היצר כרכחיב אם יתקע שופר בעיר וגו' דשטן היינו י׳ה׳ר כדר״ל דאמר הוא שטן הוא מלאך המות הוא יצר הרע Vgl.R. Menachem b. Snach in Z-da Laderech Absch. 4, Kelal 5 C. 1. Ueberdieö ist es augenscheinlich, daß man auch des״ wegen das Blasen nach einander vor Mußaph beliebt hat, um besser Allen Gelegeuheit zu bieten, sich des PflichtgeboteS des Schofar zu entledigen, auch denen, welche dem Mußaph-Gottesdienste in seiner ganzen Ausdehnung nicht beiwohnen können.

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