Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 423 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Won Rabbiner D. Deutsch. 423 wie ängstlich ist ste beflissen, schon jetzt zuzustntzen, zu kürzen, abzunehmen und zu beschneiden, und gar Manches bezeichnet sie als noch der Zukunft Vorbehalten! Schrumpft nicht selbst das Gebet unter den Händen der Reform immer mehr und mehr zusammen, und verspricht endlich zu einem bloßen Atom zu werden? Die Hand auf's Herz! Ist es zuviel gesagt, daß die extreme Reform, außer den gültigen Stttengesetzen, vom Zudenthum sonst nichts will als die Zurückweisung des Polytheismus? Mochten wir hieraus lernen, daß wo Bequemlichkeit und Frivolität das Feld der Religion bestellen, der göttliche Saame verkümmert und nicht gedeihlich aufgehen kann zur Nahrung und zum Segen der Menschheit. Unwillkürlich drängen sich uns die Worte eines englischen Schriftstellers auf: ״Die größte Einheit derselben besteht nicht darin zu glauben, sondern nicht zu glauben, mehr zn wissen wogegen, als wofür sie sind, nicht sowohl zu wissen, was sie haben wollen, als was sie nicht haben wollen. Sie mögen sich jedoch vorsehen diese negativen Neligionsbekenner, daß sie nicht eine negative Seligkeit erlangen." — Mögen wir stets eingedenk sein, der Worte des weisen Königs (Sprüchw. 29, 18.): ״Ohne Offenbarung entartet ein Volk; wer die Gotteslehre beobachtet, nur ihm ist Heil." Sohr au o. S. im November 6621. 26