Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 420

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
Date
1861-05-01
Page
420 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2932891-2932900-2945766--06500-2945842
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

420 Dir Reform des jüdischen Gottesdienstes. in der Mischnah nicht erwähnt wird, so geschieht ihrer Erwähnung u in einer Barattha Menachoth 65, 2, die nicht jünger als die Mischs nah ist; und zwar bürgt für die hohe Authenticität dieser Bar. der Umstand, daß sie mit der Formel חנו רבנן eingeführt wird, was N. Scherira Gaon in seinem im Juchasim enthaltenen Gutachten bezeugt. Vergl. N. M. Asarjah Gutachten 25, Jad Maleachi Nr. 658. Wir glauben übrigens keineswegs, daß Herr Gselbst die strenge Beobachtung des Sefirah-Gebotes zur Zeit der Mischnah ernstlich in Abrede stellen werde. Matm. (H. Themidin C. 7 H. 24) hält sogar die Sefirah auch in der Jetztzeit für ein pentateuchisches Gebvt. Genau genommen aber erscheint die Opposition gegen die Sefirah gleichsam ein Kampf mit Windmühlen; denn schwerlich dürfte Herr Di׳. G. und Genossen in die Verlegenheit kommen, das Gebot der Sefirah üben zu sollen. Da er den Wochengottesdienst verabschiedete, so fällt natürlich dieser am Ausgange des Sabbaths aus, die Nächte vom ersten zum zweiten und vom siebenten zum achten des Pcßach gelten ihm für bloße Wochentage; der Abendgottesdtenst aber am Eingänge des Sabbath und des siebenten des Peßach dehnt sich nicht bis zur Zeit wo die Sefirah rituell gestattet istc. Schofar. Das Schofarblascn am Neujahr, meint Vers., erfreut sich einer größeren Anerkennung als die Sefirah. Offenbar würde bei uns eine ernste, würdige Musik das Schofar sehr gut ersetzen*) (sie!); zur Zeit der Mischnah fand das Schofarblascn Wirklich mit Trompetenbegleitung statt (M. R. ha Schanah 3, 3). Mögen jedoch immerhin die altgewohnten Töne in ihrem Rechte verbleiben, nur das hinein gebrachte Uebermaß verdient beseitigt zu werden. Die Mischnah kennt bloß drei Stöße (Thekiah, Theruah, Thekiah) an drei verschiedenen Stellen des Gebetes, wo sie bei uns auch Vorkommen. Der scrupulöse Zweifel über die Art des mittleren Tones ließ sie zu dreißig anwachsen und wird noch vor dem Beginn des Mußaph geblasen, angeblich um den Satan zu verwirren (R. *) Warum nicht auch Tanz? Es wäre dies ein würdiger Anktang an den Sylvesterabend, und würde ohne Zweifel Israels Frauen und Jungfrauen in Masse herbeiziehen. Welch ein Gewinn für das andere Judenthum! >

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.