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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 419

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
Date
1861-05-01
Page
419 (sequence 22)
Language
German
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Von Rabbiner D. Deutsch. 419 anheim gegeben. Anderes greift mehr in das Allgemeine ein. Hiervon werden drei Bräuche der Beleuchtung unterzogen. a. Priestersegen. Der Vorrang der Priester (Cohanin) beim Rufen zur Thora muß wegfallen, weil ein auf Geburt begründeter Vorzug sich mit unserer Auffassung nicht verträgt. Den Priestersegen an den Festtagen jedoch mochte Vers, nicht entbehren; aber muß er gerade durch die Cohantm gesprochen werden? ״Weit besser ist, wenn eine Anzahl aus den Gemeinbemitgliedern abwechselnd diesen Act verrichtet unter Anführung des Rabbiners." Was ist auch der Grund, daß dem Verf. gerade der Priesterfegen so lieb geworden? Es wird doch nicht etwa die Sucht sein, sich auch in diesem Punkte dem christlichen Priester zn assimiliren? Oder wäre es das Streben, sich und Genossen den Weg zu bahnen zu einer nagelneuen Uebertretung eines religiösen Gebotes, was bis jetzt eine Unmöglichkeit war, indem nach der Tradition jeder Nicht- Cohen, der den Priestersegen spricht, sich der Uebertretung eines pentateuchischen Gebotes schuldig macht? — (S. Kethuboth 24, 2. O. CH. C. 128, § 1.) d. Sefirah. Das Zählen der Tage zwischen dem Peßach- und Wochenfeste bezeichnet Verf. als eine durchaus veraltete Sitte. ״Sich auf eine falsche Bibelerklärung stützend" — sagt er — ״entstand dieselbe in der Zeit, da man kleinlich den Buchstaben preßte, in der Mischnah wird sie nicht erwähnt." Daß die Bibelerklärung eine falsche sei, ist eine kecke, durch Nichts begründete Behauptung. Die Buchstabenpresser wußten recht wohl bas große, linguistische Geheimniß, daß rad. ספר nicht gerade durchaus buchstäblich zählen bedeuten müsse, da sie für die Flüßigen (זב הבה) wo derselbe Ausdruck verkommt, ein solches Zählen nicht angeorbnet haben; und legen solche abweichende Erklärungsarten eines und desselben Ausdruckes — wie S. Hachinuch M. 330 mit Recht geltend macht — gerade unter anderm Zeugniß ab vom Vorhandensein einer göttlichen Tradition*). Und wenn die Sefirah *) S. R. Jech. Laudau Gutachten (123 (נו^ב מה״ח ח׳י׳ד. der einen plansibeln Grund für die verschiedene Erklärungsweise angiebt, vergl. noch מ׳ח׳ג ZU Ä. D. E. 196 im Namen der R. D. b. S.

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