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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 417

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
Date
1861-05-01
Page
417 (sequence 20)
Language
German
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Von Rabbiner D. Deutsch. 417 ersten Tage bis zum letzten Tage"; was unwiderleglich darthnt, haß man schon schon zu Esra's Zeit wohl an den Halbseiertagen aus der Thora vorgelesen habe. In Wahrheit die kolossale Antipathie des Vers, besonders gegen das Vorlesen ans der Thora, welche aus dieser Schrift hervorlcuchtet, ist erstaunlich; und unwillkürlich drängen sich uns die Worte auf: ״Wer sein Ohr abwendet vom Horen der Thora, dessen Gebet selbst ist ein Gräuel" (Sprüchw. 28, 9). Man glaube jedoch nicht, daß der Vers, nur negtre, nein, er bietet auch Positives, den Vorschlag nämlich alle vier Wochen einen feierlichen Sonntags-Gottesdienst einzurichten für — nun für die, welche sich am Sabbath dem Geschäftsverkehr ergeben, und deswegen selbst am Reform-Gottesdienste nicht theilnehmen wollen. Dieser Vorschlag — vielleicht als Präliminarien eines mögltch en Tractats mit der Berliner Reformgenossenschaft anzusehen — bedarf keines Commcntars. Abgesehen von dem Verletzenden in der unjüdischen Wahl des Tages, ist er genau genommen eine Lcgalisirnng der rücksichtslosesten Sabbath-Entweihung, derjenigen, die sich nicht einmal eine einzige Stunde im Tage will unterbrechen lassen. Vers, hat auch zum Thctl das Ungehörige seines Vorschlagcs gefühlt, und macht viele Worte, um ihn zu beschönigen. Das Kurioseste ist, daß er für denselben den eben erst geschändeten Wochen-Gottesdienst der Alten am Montag und Donnerstag zum Vorbilde nimmt. ״Auch unter uns" — sagt er — ״ist ein Wochentag, der sich besonders zum Gottesdienst eignet, weil der öffentliche Geschäftsverkehr allgemein ruht, nämlich der Sonntag; benützen wir ihn ff.". Doch hiergegen müssen wir entschieden protestiren- Nie und und nimmer hätten unsere Alten irgendwie durch eine Einrichtung der Sabbath-Entweihung Vorschub geleistet; zumal der muthwillige und öffentliche Sabbath-Entweiher ihnen außerhalb des Judenthums steht (Cholin 5, 1.). Nebenher legt hier der Verf. ein offenes Gestäudniß ab, daß er wohl den Festtagen, nicht aber dem Sabbath die Kraft zutraue, einen großen Thctl der Gemeinde im Gotteshause zu versammeln, selbst wenn auch der Gottesdienst allen Anforderungen entsprechen werde, wodurch er selbst der Reform ein wahres tastirnoniuM. paupertatis ausstellt. Also trotz der Seltenheit und Kürze des Gottesdienstes, trotz Predigt und Chorgesang und Orgelklang rc. dennoch

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