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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 408

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Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
Date
1861-05-01
Page
408 (sequence 11)
Language
German
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408 Die Reform des jüdischen Gottesdienstes. Gottesdienste häufig in Chorgesängen ein und derselbe Satz, ja ein und dasselbe Wort bis zum Ilebcrdruß wiederholt, ohne Berücksichtig } gnng von Andacht und Zeitdauer? —Vers, geht nun an die Zählung der, seiner Meinung nach, in Unzahl aller Orten den Gebeten einverleibten großen Psalmen, Bibelstcllen und Verse, welche sich überstürzen und eine jede Empfänglichkeit des Gemüths ertödten. Alles daS muß noch zugestutzt, gekürzt und beschnitten j werden. Er geht hierauf zum Vorlesen aus der Thora über, um den gefährlichen Feind, das Uebermaß, auch aus dieser Position zu verdrängen. Die Einrichtung des dreijährigen Chklns findet er noch nicht ganz ausreichend. Die kurzen Abschnitte für die Festtage müssen noch abgekürzt werden; das Ausheben zweier oder mehrerer Thoras, die Vorlesung der Zusätze, gewöhnlich Opfervorschriften enthaltend find ganz zu beseitigen. Nur dadurch wird Kürze und Abrundung zu erstreben sein. In der That, welch ein frommer, sorglicher Lehrer, welch ein musterhafter Seelcnhirt! Wie besorgt er um seine liebe Heerde ist, daß sie sich ja beileibe nicht an einem Gebetstücklein, an einem Psalm oder Bibelverse zuviel den Scelenmagen überlade! Es ist wohl kein Vergehen, zu zweifeln, ob er eben so besorgt wäre, daß sie sich nicht den körperlichen Magen mit einem kleinen Zuviel von Austern, Schnepfen u. s. w. überlade; und doch sagen nicht die Rabbinen, sonder» sagt der Prophet: ״Die da essen das Fleisch vom Schwein, dem Gräuel und der Maus, allesainmt werden sie schwinden, spricht der Herr." (Jes. 66, 17.) Aber die Kürze! die Kürze! Wahrlich, wer sollte nicht auf den Gedanken kommen: wenn eö schon so etwas : Herrliches um die bloße Kürze ist, wie überaus herrlich muß erst das gar nichts sein!! — Wir kommen nunmehr zu 5, (S. 19 ff.) dem bedeutsamsten Theile dieser Schrift, welcher die meisten Curiofitäteu enthält, und wo der Verf. sein talmudisches Wissen entfaltet. Auch hier erscheint Kürze als das allmächtige, leitende Princip. Verf. beginnt mit dem .s

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