Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 407 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932900-2945766--06487-2945829- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Von Rabbiner D. Denisch. 407 lehnt; und doch bezeichnet er kurz vorher das Vorgeben von dem größeren Einflüsse des hebräischen Wortes und Klanges auf das Gefühl als eine thorichte Selbsttäuschung. Verf. räth eine Abwechselung bei der Sprache, und bespricht die Art und Weise dieser Abwechselung, was uns wenig oder gar nicht kümmert. In 4., (S. 16 ff.) tadelt Vers, die Ueberfüllung unseres Gottesdienstes mit Gebeten, was der Andacht schade. Kürze und imwer wieder Kürze ist das hohe Ideal, das ihm vorschwebt, das non plus ultra aller Reform. Die Beseitigung eines Thetls der Gebete, die Abkürzung mancher andern genügen noch immer nicht. Es bedarf außerdem der Heilung eines anderen cingeschlichencn Uebelstandes, und dieser ist die Wiederholung eines und desselben Gebetstückes in demselben Gottesdienste. Verf. zählt nun auf, wie viel Mal Aschre, Kaddisch, Kadosch wiederholt werden, wie viel Mal die Lobsprüche, die jeder zur Thorah Aufgerufene spricht, obschon in alter Zeit von den Ausgerufencn nur der erste den Spruch vor und der letzte den Spruch nach dem Vorlesen gesprochen*') (Mischnah Megillah 4, 1. nnd 2.) u. s. w. Alles dies muß nothwendig entfernt werden. Wem fällt hierbei nicht die Frage ein: warum aber wird beim modernen *) Gleichwohl geht aus Megillah 22, 1 hervor, daß die gegenwärtig bestehende Einrichtung bereits zur Zeit des Nab Platz gegriffen, mithin spätestens kurz nach Abfassung der Mischnah, indem Nab ein Schüler Rabbt's, des Verf. der Mischnah, gewesen, s. Cholin 54, 1. u. a. a. O. an. Wir würden unmaßgeblich rathen, die Reform nicht auf diese Einrichtung auSzudchnen, insofern manche Autoren rer Meinung sind, daß am Sabbath auch deswegen sieben Individuen zur Thorah gerufen werden, damit wer etwa das Gotteshaus die Woche über nicht besucht und ברכו gehört hat, Gelegenheit habe cS siebenmal am Sabbaih zu hören. Da nun die Anhänger der Reform schwerlich an Werktagen die Synagoge besuchen werden, zumal Herr vr. G. einen öffentlichen Werktagsgottesdienst als unpassend bezeichnet, so dürfte cs ihnen doch vielleicht nicht schaden, am Sabbath das ברכו siebenmal zu hören. 25