Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 405 (sequence 8)
- Language
- German
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Von Rabbiner D. Deutsch. 405 an den Auszug aus Mtzrajim", weil dieser Auszug uus einen vollkommenen Beweis liefert für Erschaffung der Welt, und daß ein ewiger, willensfreier und allmächtiger Gott vorhanden ist, der alle Wesen geschaffen und die Macht hat, die Ordnung der Schöpfung nach seinem Willen zu allen Zetten abzuändern, wie er dies in Mizrajim gethan, wo er um unsertwillen den Lauf der Natur abgeändert und nie dagewesene, große und gewaltige Wunder gewirkt hat" ff. (S> Hachinuch M. 21 vergl. ebend. M. 16.) Außerdem bietet der Auszug aus Aegypten noch die trostreiche Wahrnehmung, daß der Druck und die Unterjochung einer Nation keinen Beweis abgiebt dafür, daß Gott diese Nation verwirft und ihnen minder günstig ist, als denen, die sie unterjochen. — Bemerkenswerth ist, daß Herr G. hier auch an den Gebetstellen Anstoß nimmt, die von der Auferstehung reden, welche er vergcistigt und in Ausdrücken gefaßt wünscht, die mehr eine Fortdauer der Seele andeuten. Soweit uns bekannt, ist dies bis jetzt von reformisttscher Seite nicht geschehen, und muß um so mehr befremden, als auch das Christenthum dieses Dogma hat. Allein wir erinner« uns, daß zur Zeit der weiland Rabbiner-Versammlungen von einer Seite her der Vorwurf gemacht worden, daß man den Auferstehungsglauben in seiner Integrität belassen, während der Messiasglauben fortwährend angesochten und molesttrt wird, obschon Letzterer sich weit eher mit der Vernunft verträgt und häufiger in der H. S. vorkommt als Elfterer; und ward hieraus der richtige Schluß gezogen, daß der Reform Augenmerk vorzugsweise auf dasjenige gerichtet sei, was der Emancipatton im Wege steht. Diesem Vorwurf scheint H. G. nunmehr — wenn auch nur schwach — Rechnung tragen zu wollen. Zn 3 (S. 11 ff.) wird Styl und Sprache der Gebete vor Gericht gezogen. Wenn in früherer Zeit die Reform sich den Anschein gab, als wünschte sie nur die Entfernung der Piutim, so wird hier ohne Scheu das Sectr-Messer der Kritik an die Pflichtgebete gelegt, ihnen Mangel an Einfachheit, Schwulst, ermüdende Wiederholungen