Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 404 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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404• Die Reform der jüdischen Gottesdienstes. von der Heiligung durch die Gotteslehre und die göttlichen Gebote zu verstehen sei.* **)) Gegen den Auszug aus Aegypten weist Herr G. nichts anzuführen, dennoch erfahren wir als sein bon plaisir, daß der Vorrang den dieser Auszug in den Gebeten ein nimmt, ihm nicht mehr zugestanden werden könne, und daß die unermüdlichen Wiederhol»»- gen, in denen unsere Gebete dieses Thema besprechen, fallen müssen. Wir bemerken hierauf, daß auch die H. S. sich das Vergehen, dies Thema unermüdlich zu besprechen, zu Schulden kommen läßt. Immer und immer stoßen wir da aus die Erwähnung dieses großen und wunderbaren Ereignisses, und wird nachdrücklichst zur Erinnerung an dasselbe ausgefordert. Wie viele Mal geschieht dies nur im Pentateuch! unter anderem: ״Und es soll sein dieser Tag euch zur Erinnerung", 2. B. M, 12, 14. ״Erinnert euch dieses Tages da ihr ansgezogen aus Mizrajim", cbend. 13, 3. ״Aus daß du dich erinnerst an den Tag deines Einzuges aus dem Lande Mizrajim alle Tages deines Lebens" 5. B. M. 16, 3. Vergl. noch 2. B. M. 13, 9. 5. B. M. 5, 15. 7, 18. 15, 15. 16,12! 24, 18, 22, u. a. a. O. mehr. So findet sich auch die Erwähnung dieses Ereignisses fast in jedem Gebete, dem wir in der Bibel begegnen, und liegt die Erinnerung an dasselbe nicht nur vielen göttlichen Geboten zu Grunde, sondern ist ausdrückliches, positives Gebot einmal in den Peßach-Nächten (Matm. H. Chamez C. 7. § 1.) und zum Andern regelmäßig an jedem Tage^*) (ebcnd. H, Schema C. 1. § 3). Einer unserer gewichtigsten altern Autoren spricht sich wie folgt aus: ״Es ist nicht zu verwundern, daß hierüber (die Erinnerung an den Auszug aus Aegypten) so viele göttliche Vorschriften erflossen, Ge- und Verbote, da dies eine wichtige Grundlage, eine feste Säule unserer Lehre und unseres Glaubens ist. Darum sprechen wir stets in unfern Lobsprüchen und Gebeten: ״zur Erinnerung *) Ueberdies ist nicht einmal erwiesen, daß in den Gebeten von einer Auserwählung für spätere Zeiten die Rede fei; der Wortlaut der Gebete kann sich ja sehr wohl auf die Urzeit des Auszuges aus Aegypten und der Gesetzgebung beziehen. **) Vergl. Q. Chajim C. 67 מ״א und 1 § ט״ץ. ferner N. I. Landau צלך־ן zu Berachoth 12, 2 woselbst ein Grund angegeben wird, warum dies nicht unter die Zahl der 613 ausgenommen worden.