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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 401

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Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Die Reform des jüdischen Gottesdienstes
Date
1861-05-01
Page
401 (sequence 4)
Language
German
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Von Rabbiner D. Deutsch. 401 In 2., (S. 7 ff.) zieht Verf. den Inhalt der Pflichtgebete, oder genauer die in diesen Gebeten ausgesprochenen Gedanken, Empfindnngen und Anschauungen vor den Richterstuhl seiner Kritik. Er findet hier mancherlei Vorstellungen und Empfindungen, die unserer Zeit ganz fremd geworden, die sie zum Thetl mit aller Kraft der Ueberzengung abweist, und rechnet er hierzu die Klagen über Zerstreuung, die Bitte um Sammlung der Zerstreuten in Palästina, um Herstellung des Priester- und Opferdienstes, und noch vieles Andere. Es würde uns viel zu weit führen, wollten wir ins Einzelne eingehen, und uns bet jedem Punkte aushalten, zumal der Verfasser selbst die meisten dieser Punkte, gleichsam als sich von selbst verstehend, nur obenhin berührt. Wir übergehen daher dasjenige, wofür keine eigentlichen Gründe gegeben sind, mit Sttllschwcigen, lassen dem Verf. auch seine Sympathien für Amalek und Haman, und verweilen nur bei zwei Punkten, weil auch Vers, bei ihnen länger verweilt. Es find dies die Auserwählung Israels und der Auszug aus Aegypten. Die Auscrwähluug, meint er, könne dem irreligiösen Gedanken Nahrung geben, daß Israel ohne weitern Grund und eigene Anstrengung etwas Besseres als andere Menschen sei. Solche Ansichten waren in der Vergangenheit wirklich herrschend, und haben in unfern Gebeten ihren Ausdruck gesunden. ״Allein in unfern Tagen ist man in Israel fern von jener Selbstgefälligkeit und Verblendung, die ein Fallstrick für die wahre Frömmigkeit sind, und um so mehr müssen daher jene in den Gebeten vorhandenen Ueberreste überwundener Gesinnungen hinweggeräumt werden. Wir können nach wie vor mit Ueberzengung es anssprechen: ״Du hast uns berufen zu deiner heiligen Lehre", nicht aller ״Du hast uns auserwählt aus allen Völkern, du hast uns erhoben über alle Sprachen u. s. w." — (S. 9.) Wir gestatten uns hierauf zu bemerken, daß die Auserwählung Israels für jeden O ssenbaruu gs gläubigen ein feststehendes, geschichtliches Faktum ist. Es hat einmal der Allweisheit gefallen, seiner Zeit Israel auszuwählcn, um sich ihm zu offenbaren, und es zrwl Träger dieser Offenbarung durch den ganzen Erdball zu machen. Die Erwähnung dieser Auserwählung in der H. S. ist Legion; wie viel Mal findet sie sich nur in Pentateuch! S. 2. B. M. 19, 56, 5. B. M. 4, 37. 7, 6. 10, 15. 14, 2. 26, 18. 19. Jenes

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