Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Ijar
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 395 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Sollm wir die Scfirah-Gebcte streichen? 39S thigenden Hinblicks auf die Standhaftigkeit der Väter unter den herbsten Prüfungen? Sind die Gefahren, die die jüdische Dtplomatic und Bnreaukratie, die Gefahren, die die von unjüdischen Juden beeinflußten Regicrungömaßnahmen, wenn gleich nicht mehr der Judenheit, so doch dem Judcnthume bereiten, minder bedeutsam, find sie nicht um so tiefer in das Mark unserer Bestimmung einschneidend, je milder dieForm ist, je mehr diese bemüht ist die Judenhett von dem Judenthum zn scheiden, je mehr sie die Darstellung gewinnt, daß sich hier nur ein völlig autonomes, ein völlig freiwilliges Zertrümmern des Judenthums durch die Judenheit vollzieht? Kannten die Zeiten der Kreuzzügc jüdische Schulen mit jüdischen Lehrern für jüdische Söhne und Töchter, deren Grnndprincip die Verleugnung und Abrogirungdes jüdischenGesetzes ist, deren leitendenLehrkräste darum auch in redlicher Consequcnz den Sabbath öffentlich entweihten, die Speisegesctze übertratcn, die Zöglinge bei sich zu — Schinken zu Gast baten und kannten sie Juden, die das Alles ganz ruhig unter sich geschehen ließen, solche Schulen noch mit eigenen Kräften trugen und dem Allem, als etwas sich ganz von selbst Verstehendem, noch kaum mit einem Achselzucken begegneten? Kannten die Zeiten der Kreuzzüge jüdische Gemeindevorstände, die die Kreuzigung des Judenthums zu ihrer Devise machten, die einen dreißigjährigen Kreuzzug gegen das jüdische Gesetz unternahmen, die das Lernen des jüdischen Gesetzes mit Polizeigewalt unterdrückten und zuletzt das gemarterte Judenthum Rabbinerhänden überlieferten, die unbeschnittene Judenknaben im Namen des Gottes Israels einsegneten? GabS auch zu Zeiten der Kreuzzüge Schochetim, die selbst Trefah aßen, Kazawtm, die den. Sabbath öffentlich entweihten, jüdische Centralbehörden, die die jüdtsch religiösen Angelegenheiten ganzer Länder und Königreiche mit allmächtiger Hand handhabten, und deren Glieder, meist bis auf Einen, das Zndenthum im eigenen Leben bis auf die. letzte Faser verlernt hatten? Gab's auch zu Zeiten der Kreuzzüge Ukase und Consistorial-Erlasse, die das jüdische Kahal vernichteten, die die Autonomie der Gemeinden, die Rechte und Pflichten der Zechidim zerstörten und das jüdische Gemeindcleben, diesen lebendigen Träger der 'Thora, zu einer willenlosen Leiche machten? Gab's auch zu Zeiten der Kreuzzüge jüdische Männer, die öffentlich mit dem Eheweibe eines Andern Ehebruch trieben, für diesen Ehebruch die religiöse Begründüng mit Chuppa und Kiduschin forderten, und Lab es auch jüdische