Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1861)
- Article
- Ijar
- Date
- 1861-05-01
- Page
- 396 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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396 Aar. Vorstände, die Solches bewilligten, jüdische Rabbinen und Prediger, die Solches vollzogen, und — jüdische Gemeinden, die sich alles das ruhig gefallen ließen, und weil man einmal, als sie ein schlichterncs ״Aber" dagegen wagten, ihnen mit dem heiligen Pantoffel auf den Mund geschlagen, nun meinten genug gethan zu haben und fortan durch ehrerbietiges Schweigen und Dulden ihrer Pflicht zu genügen? Wahrlich, wahrlich! Wären wir, was wir sein sollten, — wir meinen nicht die vom Gottesgesetze abgesallenen Brüder, wir meinen uns, die um נאנחים ונאנקים על אבדן, nicht streichen würden wir die Sefirah-Gebete, hinzufügen würden wir die Nationalseufzcr ans unferer Zeit, das Angstgcschrei über die Gefahren unseres Galuth, würden von den Vätern lernen in der Bresche zu stehen für die Thora, uns hinzuopfern für die Thora, zu Gott uns zu flüchten mit seiner Thora, und wie dann auch unser Leben ein Muster des Mnthcs und der Unerschütterlichkeit, der Thatkraft und Hinopferung für Gott und sein heiliges Gesetz unfern Enkeln böte, so würden wir ihnen eben diesen Geist mit dem Gedächtniß unserer Aengsten und Kämpfe in den aus unserer Zeit stammenden Sefirah-Jozeroth vererben, und wie wir von dem חתנו unserer Väter erzählen, so würden unsere Enkel unsere Zeit etwa nach den Jahren nennen, in welchen öffentlich Rabbiner unter uns darüber getagt — wie man in anständiger Weise — die Thora und Mizwoth begrabe — Und wäre dies Alles auch nicht, wäre unsere Zeit bereits die glückliche Zeit, zu der wir uns sicherlich emporarbeiten, Ln welcher unter dem heitern Strahl der Freiheit und des Rechts der jüdische Geist und das jüdische Leben in nie geahnter Blüthe und Vollendüng sich entfaltete, wären nicht dann, und dann zu allermeist diese Gcdächtniß-Gebete an ihrer Stelle, hätten sie dann nicht erst recht für alle Zeit ihre Bestimmung zu lösen: die glücklichen Enkel zu erinnern, unter welchen Kämpfer! und Sorgen, mit welchen Opfern und Mühen ihre Väter die Thora und Mizwoth retten mußten, deren Besitz und Verwirklichung die Enkel beglückt und verherrlicht — wird es eine Zeit geben, in welcher es heilsam wäre zu vergessen, welche Schweiß- und Blutestropfen fast au jeder Mizwa hängen, die wir aus den Prüfungsgängen des äußern und innern Galuth