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Jeschurun · 1861-05-01 · Heft 8 (Mai 1861) · p. 393

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 8 (Mai 1861)
Article
Ijar
Date
1861-05-01
Page
393 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Sollen wir die Sefirah-Ge-cte streichen? 393 mus, sich den Muth zugetraut, lieber seine Säuglinge erwürgen, seine Weiber und Töchter schänden und erdrosseln, seinen eigenen Leib lieber den qualvollsten Martern und Leiden, als ein religiöses Gesetz preis zu geben, das ja ohnehin durch den Gang der Jahr- Hunderte seinen Boden und seine Zeit längst verloren zu haben schien? Ja, welcher verständige Kalkül hätte nicht hintenitach die Verständigkeit und Einsicht der Väter gepriesen, die eben in der gegen das jüdische Gesetz entfesselten Wnth eines Weltalls und eines Zahrhunderts den Wink der Vorsehung erkannt, daß die Zeit gekommen sei, die ״jüdische Hartnäckigkeit" aufzugeben und das jüdische Gesetz gegen das Kreuz oder den Halbmond zu vertauschen?! Und die Väter? idv אלרי ימי שמתי Mein Gott I Meine Jahre enden in der Dauer meiner Verbannung, Im Zeitenkerker, ohne Ausgang aus der Bedrängntß in die Freiheit, Verlassen, ohne Annehmer, und auch in mir keine Hilfe, Wandre ich — und Niemand weiß das Näthsel-Ende meines Heils. Flüchtig ohne Einhalt, ohne Minderer meiner Schmach, Muß ich Volker-Lästerung hören und Ermahnung die mich schmäht, Die mich fragt, unablässig fragt, wo denn, wo meine Hoffnung?! Aber eben so unablässig ist nur das mein täglich Sinnen: Mein geistig Erbe und meines Herzens Hort und mein Gesetz das ist mein Theil! Darum harr' ich und entweihe nicht sein Wort so lang' ich bin, Harre ich und erschlaffe nicht und blicke auf zu meinem Gott, Und spreche zu ihm: Du bist mein Schirm und meine Burg! Mein Gott! ״Bleibst mein Volk, bleibst mein Erbe! — Die Hand, in die ich dich gab, überschreitet weit meinen Willen! — ״Du hast es verschuldet, Jakob," spricht wein Hort, spricht mein Eigner, ״Mir aber selbst isi's weh und mir ist's trüb um dich, armes Volk! «Schmerzt dich dein Haupt, schmerzt dich dein Arm, ist mein das Haupt, mein der Arm, der leidet — ״Und ich schüttle mit dir das Haupt und fühle mit dir Weh' über deine Schuld -- ״Und sende Rache meinen Feinden, Vernichtung mit meiner Heilesrechten, ״Vereitlung ihren Plänen, Versagung ihrem Sinnen ״Was sie sinnen, was sie listig wollen, ist nicht von mir, ■ ״Habe das Ohr gewölbt, weiß wohl Zu hören, ״Habe das Auge gebildet, weiß wohl zu sehen, ״Und habe gesehen, habe gesehen meines armen Volkes Leid!" 24*

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