Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 7 (April 1861)
- Article
- Nissan
- Date
- 1861-04-01
- Page
- 382 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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382 Nissan. den Stab in der Hand, nnd das ״vielsagende" ungegorene Brsd in Händen und harret der göttlichen Erlösung — und jeder Bissen Brod, den der gesetzestreue Jude in seiner Pflichttreue findet, ist keine Spende naturwüchsigen Erfolges, ist ein reines Geschenk der göttlichen Allmacht und Gnade. Wie in der Stunde der Erlösung das ganze Volk mit allen seinen Gliedern in dem Erlösungsopfer als "״צאן als die ״Gottesheerde" erschien nnd sich als solche der Führung ihres Hirten hingab, so sollte Tag für Tag, wie die Sonne stieg, wie die Sonne fiel, — כבש אחד בבקר וכבש אחד בין הערבים — Israel "״תמיד stets fortan in jedem Augenblicke seines geschichtliche» Daseins als die Heerde des Weltenhüters, als die besondere Heerde des ״Israels-Hirten" dastehen und sich als solche begreifen. Darum waren es nicht Tempel und Altäre, darum waren es ״Häuser und Pfosten und Schwellen", darum waren es ״Seelen, Familien und Gemeinden", die Gott in der Stunde der Erlösung als Bedingung seiner Erlösung forde>te. Seinem Gotte Tempel und Altäre bauen, seines Gottes Tempcl und Altäre besuchen — ei, wie viel Opferung und Hingebung Gott gegenüber, wie viel männlicher Muth und selbstständiger Sinn der Welt gegenüber gehört denn dazu? Gott gegenüber — eine Handvoll von dem Gelde, dem Gute und der Habe, eine Handvoll von den Hunderten, Tausenden, Millionen, die Gott allesammt uns spendet, — ein Minutenbündel, eine Tagesgarbe von der Tages-, Wochen- und Jahreserndte, die Gott in so freigebiger Liebe uns spendet — Güterhandvoll und Zeitengarbe, die wir Gott hinwerfen oder mit ceremvniösem Gepränge bringen, um dafür die ganze Summe unserer übrigen Güter, die ganze Zeit unserer übrigen Tage und Jahre— für uns hinzunehmen. Und der Welt gegenüber? Nun, der Türke in seine Moschee, der Christ in seine Kirche und der Jude in seine Synagoge, oder damals in Egypten, der Egypter seinem Apis und der Jude — nein, Gott verzeih' uns, so nicht! Nicht dadurch, daß unsere Väter den Muth hatten etwa neben den Gottheitstempeln der herrschenden Macht auch" noch die Duldung eines Tempels für ״ihren Gott" zu beanspruchen, nein, dadurch, daß wie cs das überlieferte Wort so ttefberedt verherrlicht, daß sie den Muth hatten, das oppositionelle Opfer ihres Gottes "״על כרעי מטחם ״ an die Pfosten ihrer Bettstellen" zu binden, daß sie den Muth hatten