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Jeschurun · 1861-04-01 · Heft 7 (April 1861) · p. 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 7 (April 1861)
Article
Vorläufige Abrechnung
Date
1861-04-01
Page
350 (sequence 4)
Language
German
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350 Vorläufige Abrechnung. ligkeit herabzuwürdigen, daß wahrlich die Sache schon von vornherein eine verlorene wäre, für welche ein solcher — Wicht — auch nur j e eine Sylbe zu reden hätte wagen dürfen. Was man über meinen wissenschaftlichen Werth oder Unwerth vorgebracht, das gebe ich preis. Darüber steht m i r kein Urtheil zu. Was man aber über meinen sittlichen, privat- und öffentlichen Charakter, über den sittlichen Charakter meines Familien- und öffentltchen Lebens in die Welt hinausgeschleudertim Anblick des Htmmels und der Erde, vor den Augen des allgegenwärtigen Gottes, vor den Augen aller der jüdischen Seelen, mit denen ich seit mehr als dreißig Jahren ein offenes, Jedem durchsichtig klares Leben gelebt, vor den Augen aller der Gemeinden und Vorstände, die mir ihr Vertrauen zugewendet, und denen ich mit meinem Herzblut zu dienen mich bemüht, vor den Augen aller der staatlichen Behörden, die mich in meinem amtlichen Wirken kennen gelernt, vor den Augen einer jeden Menschenseele,.-mit welcher ich in irgend einer Angelegenheit in irgend einer Beziehung gestanden, erkläre ich dies Alles für die schämlosesten, frivolsten Erdichtungen und Lügen, erkläre für ehrlose Lügner die Urheber dieser Verleumdungen, für ehrlos die Werkzeuge ihrer Verbreitung, ehrlos, vor Gott gerichtet und vernichtet, die Sache, diesich nicht schämt zu solchen ehr- und schamlosen Mitteln ihre Zuflucht zu nehmen, deren Vertheidiger sie nur dadurch zu retten wissen, daß sie sich in einen Sumpf von Schmutz und Gemeinheit flüchten, wohin kein ehrlicher Mann ihnen zu folgen wagt. Wahrlich, es liegt keine Anmaßung in dieser Erklärung. Man ist noch blutwenig von einem rechtschaffenen Mann, wenn man das Alles nicht ist, wozu diese Verleumdungen in den Augen der Oeffentltchkeit mns stempeln möchten. Thäten aber — wir scheuen uns nicht dies zu bekennen — so lche Ehrenkränkungen, trotz ihrer Unwahrheit, nicht dennoch schmerzlich weh, sie wären wahrlich geeignet uns recht stolz zu machen. Wir haben unserer Persönlichkeit nie eine solche Bedeutung zugemessen, daß, um das Zerstörungswerk an der heiligsten Sache zu versuchen, man sich bemühen müßte unsere Person moralisch zu vernichten. Das schamlose Wüthen der letzten Wochen hat uns an die Möglichkeit glauben gelehrt, daß wir doch seit dreißig Jahren vielleicht nicht umsonst gelebt. — Zwei Dinge haben aber alle diese Bübereien nicht bedacht. Wäre auch nur der tausendste

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