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Jeschurun · 1861-03-01 · Heft 6 (März 1861) · p. 325

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 6 (März 1861)
Article
Zur jüdischen Schulfrage
Date
1861-03-01
Page
325 (sequence 7)
Language
German
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Conferenzen. Revisionen. ErameN. -- Von Df. M> Hirsch. 325 ltchen Einrichtungen aus, ans deren Hervorhebung wir uns hier beschränken zu dürfen glauben. Erstens werden in jeder Classe sämmtltche Gegenstände genommen, die Prüfungen nehmen deßhalb eine volle Woche in Anspruch; den einzelnen Gegenständen wird trotz ihrer gro- Jen Anzahl eben so viel Zeit zugemeffen wie bei andern Anstalten, die für jede Classe nur einige auswählen. — Sodann sind an einem Nachmittage, während der Prüfung einer unteren Classe, die Schüler und Schülerinnen der drei oberen Classen im Prüfungssaale versammelt und arbeiten in Gegenwart der Zuhörer, ohne irgend welche Beihülfe der Lehrer, Aufsätze aus, zu denen ihnen die Themata von den Zu- Hörern gegeben werden. Die gelieferten Aufsätze werden dann sofort, nachdem die gleichzeitige Prüfung beendigt ist, von den Kindern vorgelesen. Dieses Verfahren kann und darf nur eine Anstalt wagen, die wie die unsrtge nach ihrer ganzen Anlage stets auf die Weckung der Selbstthätigkeit gerichtet, ja durch die beträchtliche Vergrößerung ihres Lehrplans durch das umfassende Gebiet des Hebräischen genöthigt ist, stets und stets an das Selbstdenken zu appellireu, wie das im Verlaus unserer Darstellung wohl klar geworden ist; die bisher bei solcher Gelegenheit gelieferten Arbeiten lehren jedoch, daß diese Prüfungsart für unsere Anstalt durchaus nichts Gewagtes hat. Ein trefflicheres, und dabei allen und jeden Zweifel an der inneren Gediegenheit der Leistungen gründlicher beseittgendes Verfahren möchte sich schwer Nachweisen lassen. Es gtebt ja keinen treuern Spiegel aller wahrhaft bildenden Wirkung des Gesammtunterrichts als der Styl und der geordnete Gedankenausdruck. Bedenkt man nun noch, daß zu allen geistigen Produktivneu die rechte Disposition nothwendig ist, die das Kind so wenig wie der Erwachsene sich jederzeit willkürlich erzwingen kann; daß ferner bet diesen, unter den Augen des Pübliknms auögeführten Arbeiten sich Viele einer gewissen Befangenheit immerhin nicht völlig erwehren können; daß ferner der Aufsatz in einer vorgeschriebcnen Zeit vollendet sein muß — ein Bewußtsein, das nichts weniger als geeignet ist, belebend aus die freie schöpferische Gcistesthätigkeit einzuwirken: so wird zugegeben werden müssen, daß die äußeren Umstände, die auf der anderen Sette freilich zur Concentrirung aller Kraft anspornen, für das Gelingen der Arbeiten vorwiegend ungünsttg sind. Mit um so größerer Befriedigung, mit um so gerechterem

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