Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 6 (März 1861)
- Article
- Zur jüdischen Schulfrage
- Date
- 1861-03-01
- Page
- 324 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932891-2932898-2945619--06374-2945682- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
324 Die Unterrichtsanstalt der Israel. Neligionsgcsellschast in Frankfurt a. M. ltchen Revisionen das ganze Jahr hindurch erhalten; kurz aus den mannigfachsten Gründen dürfte es endlich weniges geben, das geeigneter wäre einen frischeren Hauch im Schnlleben zu erzeugen und zu erhalten, als eine gelungene Revision; mit dem gesteigerten Gefühl der Selbstachtung und des Respekts vor der Anstalt wird in jedem anregungsfähigen Lehrer auch eine Steigerung des Bewußtseins seiner Verantwortlichkeit als Mitträgers und Mitarbeiters erweckt werden. Examen. Ein königl. preuß. Seminardtrektor in der Metropole der Intelligenz lehrte vor mehreren Jahren, die öffentlichen Prüfungen seien nur Schulfeste, von einer eigentlichen Prüfung der Schüler sei bei ihnen nicht die Rede. Die Richtigkeit dieses für viele Schulen sicher zutreffenden Satzes dahingestellt, müssen wir, was die Unterrichtsanstalt der tsrael. Religionsgesellschaft betrifft, entschieden widersprechen. Ein Fest, in des Wortes tiefster Bedeutung, sind allerdings die Prüfungen auch für uns; sofern jedoch dabet an ein eingelerntes Fraguud Antwortspiel gedacht wird, gelten bei uns grundsätzlich nach den Intentionen des Rektors die entgegengesetzten Normen. Bei den Prüfungen tritt die Anstalt aus der Stille ihres Wirkens vor die Oeffentlichkeit, sie gibt sich wie sic ist. Allerdings wird gegen Ende des Schuljahres in vielen Fächern repetirt, um dieselben, wie z. B. bei den Realien stofflich, in den Sprachen die im Jahre durchgenommenen Theile der Grammatik, wiederholend zusammeuzufassen — und das Bevorstehen der öffentlichen Prüfung׳ mag dazu beitragen, den Eifer und die Applikation bei diesen Re- Petitionen zu erhöhen: allein es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen diesen Wiederholungen des gesammten Lehrstoffes und dem nur zu häufig anderwärts üblichen Einstudiren derjenigen Partie desselben, mit der auf der Prüfung paradirt wird, wo dann die angebliche Probe in Wahrheit den ganzen Vorrath bildet. Wiederholungen wie die unseren würden stattfinden, auch wenn es ganz und gar keine Prüfungen gäbe; sie sind die Jnventaraufnahme bet Ablauf des Schuljahres. Diese Auffassung der Prüfungen, die Anstalk in ihrer Totalitat und ohne alle und jede verschönernde Tünche erscheinen zu lassen, spricht sich am besten in den zwei folgenden, unserecAnstalteigenthüm-