Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 6 (März 1861)
- Article
- Adar
- Date
- 1861-03-01
- Page
- 304 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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304 Adar. und für sein Interesse ausbeutenden, egoistischen Calkul winkte die Hoffnung des Sieges; man brauchte nur die Welt und ihre Er-- schetnunge», die Menschen iu ihren Leidenschaften sich dienstbar zu machen, könnte seine Welthcrrschaftspläne fertig rechnen ohne Gott — Amalek hätte recht. Und wiederum, wäre dieser Gott nur der Gewaltige, etwa der Gewaltigste über allen Gewaltigen, der Amalek über allen Amaleks, dessen Wesen nur Kraft und Macht und Gewalt, nicht in erster Linie Gerechtigkeit und Liebe bedeutete: es blühete wiederum den kleinen Amaleks einige Hoffnung aus Erden; es dürsten dem Gewaltigen dort oben vor Allem die Gewaltigen auf Erden gefallen, er dürfte in ihnen ihr Ebenbild erblicken und fördern; es dürfte ein Nimrod sich etnbilden, ״er triebe die Menschenjagd vor dem Angesichte des Herrn", und es wäre der Gewaltigste der Göttlichste aus Erden. Und selbst wenn der Herr in der Hohe ein Gott der Gcrcchtigkeit und Liebe wäre für den Einzelmenschcn, für das Einzel- und Familten-Lebcn; so aber die Menschen ihre Kräfte vereinten, als Völker, Nationen, Staaten und deren Repräsentanten: Negierungen und Reiche, kurz für die Menschen in ihren Gesammtbeztehungen gegen den Einzelnen und in ihren Gesammtbeziehungen gegeneinander verloren Gerechtigkeit und Liebe ihren Werth, hätten die sittlichen Mächte nuruntergeordneten Werth, träten egoistische Macht und Ge- Walt in ihr Recht ein; nur der schwache Einzelne hätte ״brav" zu sein, der starken Gesammtheit aber wäre Alles erlaubt; nur im Kreise des Einzelnen und des Familienlebens wäre der Sittliche der Brave, aber die Bravheit der Völker und Staaten bedeutete Schwerdtschlag nnd Gewalt — auch dann wäre für Amalek eine Hoffnung auf Erden; die Gewalt, aus dem Privatleben gebannt, dürste ihre lorbeerbckränzte Siege in der Blutbahn der Staaten und Völker feiern. So aber nicht. Nicht nur wenn im Kreise des bürgerlichen Einzellebens wir vor jeglichem Unrecht und jeder Gewalt gewarnt und gemahnt werden sollen, daß תועבת ד' אלריך כל עושה אלה כל עושה עול, daß von unserm Gott Jeder verabscheut sei, der solches thut, Jeder, der Gewalt ansübt, nicht nur bann werden wir ertnnett: ״ ,זכור אח אשר עשה לך עמלקgedenke was dir Amalek geth'an!"