Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1861)
- Article
- Anmerkung der Redaktion
- Date
- 1861-02-01
- Page
- 267 (sequence 16)
- Language
- German
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von Göttlich Fischer. — An«, der Redaktion. 267 Andern derivirte, in die Diskussionsweise jedes Zeitalters eindränge und die rhapsodistische Aneinanderreihung des Frühern und Spätern in ein System brächte: würde ein klassisches Studtum des Talmuds fördern und dem oberflächlichen Urtheile, so wie vielen unreifen Ansichten Vorbeugen. Doch welchen Schwierigketten begegnet eine solche Forschung! Die der gew. Zeitrechnung vorhergehenden Jahrhunderte bieten nur wenig geschichtliche Daten dar, da selten frühere diesem Zeiträume angehörende Lehrer namentlich angeführt und noch seltener als Autoren getroffener Verfügungen genannt werden. Und doch waren unbezweifelt schon lange vor der Makkabäerepoche religiöse Verordnungen als Erläuterung oder Ergänzung des Gesetzes ins Leben getreten! Denn abgesehen davon, daß ein mehrhundertjähriger geistiger Stillstand nicht denkbar ist, mußte der Tempel, der so hoch gehalten wurde, mußten die Priesterdienste bei den Opfern und vielen anderen heiligen Verrichtungen viele neue Vorschriften ins Leben rufen; auch erzählt Josephus von Verordnungen, die schon unter den Vorgängern des Antiochus Epiphanes Geltung hatten und die bei tieferen Forschen sich als Emanation anderer ihnen lange vorangegangenen religiösen Einrichtungen manifestiren. Aber diese Einrichtungen waren ganz geräuschlos entstanden, waren nach und nach ins Leben getreten und wurden nicht als Erklärung des Gesetzes, sondern als dessen natürliche Folgerung angesehen, daher auch keine Meinungsverschtedenhett wie die Mischna selbst über die frühere Zeit bemerkt — obwaltete; und so wnrde auch der Name des Autors bald vergessen, da die Verordnung als ein im Gesetze involvirtes sich constituirte. Auch mag Manches ohne höhere Autorität sich zur Norm gestaltet haben: es ging aus dem gewöhnlichen Leben, aus dem, was bie Pietät des Volkes zur Richtschnur erhoben hatte, hervor und erlangte, da es solche Wurzel gefaßt hatte, dauernde Gültigkeit. Daß die Mischna und die Talmude viele solcher früher« Elemente enthalten, zeigt sich bei der nähern Bekanntschaft mit ihrem Geist« an vielen Seiten; nur hat die Forschung bet dem Mangel an ge« schjchtlichen Daten viel Unsicheres." (S. 180.) ״Theils rief die Sorgfalt, mit welcher man dle Schrift überwachte, neue Vorschriften als Ausflüsse des alten Ge-