Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1861)
- Article
- Anmerkung der Redaktion
- Date
- 1861-02-01
- Page
- 254 (sequence 3)
- Language
- German
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254 Hrn. Dr, Z. Franiels hodegetische- Werk über die Mischnah re. ohne alle theoretische Begründung: der Wissenschaft bietet daher seine Schrift nach dieser Seite hin Nichts. Allein auch ohnehin, wir bekennen es frei, würde uns der theoretische Werth oder Unwerth dieser Schrift völlig gegen die praktische Seite in den Schatten trete», die sich an die Erscheinung derselben knüpft. Daß mit dieser Schrift das System der Neologie ein Buch und die Reihe der Neologen einen Mann mehr zähle, das woge bei der Richtung unserer heutigen Literatur und unsere Heutigcn Literaten nicht eben viel. Daß aber die Grundsätze die hier gelehrt werden, die Anschauungen, die hier vorwalten, ebendie Grundsäße und Anschauungen sind, die einer Bildungsanstalt künftiger Nabbinen und Lehrer zur Leitung dienen, einer Anstalt, die für die Pflanzschule des orthodoxen Jndenthums gilt, das, wir gestehen es, giebt ihnen in unser» Augen einen viel höher» Grad der Bedeutsamkcit. Denn in der That die Nichtanerkennung der Göttlichkeit der mündlichen Gcsetzcstradition, dieses Grundprincips des orthodoxen rabbinischcn Jndenthums, ist nicht nur in die Sätze der Hodcgetik nicdergclegt, welche das Sendschreiben bisher besprochen. Diese Nichtanerkennung bildet die Basis und den Ausgangspunkt der ganze» Schrift. Die ganze darin gegebene Auffassung der Mischna beruht auf dem Satze: Gott hat vom Sinai dem Moses nichts »:ehr als das schriftliche Gesetz, die fünf Bücher Moses, übergeben. Alles Andere ist lediglich durch menschliche Interpretation dieses Gesetzes, oder auch durch von dieser Interpretation unabhängige, menschliche Gedankenoperatton entstanden. Dieser Hodegetik, die überhaupt nicht sowohl eine Anleitung zum Studium der Mischna, als zu einer Kritik derselben sein will, hat sich als eine ihrer Hauptaufgaben die Lehre von der Genesis der Mischnah gestellt. Sie will die in der Mischna gegebenen Halachoth — nicht nach der Zeit ihrer Fassung in der gegenwärtigen Form — sonder» nach dem Alter ihres sachliche» Ursprungs ordnen. Diese historisch genetische Schichtung der Halachoth ist des Speciclleren dem zweiten Theile Vorbehalten. In diesem ersten Theile erhalten wir S. 16 eine kurze Skizze dieser Dok- Irin, die also lautet: סדר זרעים רוב הלכותיו מהמת לבד בארץ וכזמן