Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1861)
- Article
- Anmerkung der Redaktion
- Date
- 1861-02-01
- Page
- 253 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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253 von Gottlteb Fischer. — Anm. der Redaktion. des Buches sich in voller conkreter Anwendung offenbaren würden. Da uns jedoch dieses Sendschreiben von Herrn Fischer zur Vervfsentlichung wurde, glaubten wir dasselbe in keiner Weise zurückhalten zu dürfen, hielten vielmehr dessen Veröffentlichung als eine heilige Pflicht. Die Wahrheit kann nie zu früh in die Oeffentlichkeit treten, und die durch dieses Sendschreiben vertretene Wahrheit ist eine solche, bei welcher — gewiß nach dem Urtheil der Redlichen aller Parteien in der jüdischen Gegenwart — die Zukunft unserer heiligsten Interessen in hohem Grade betheiligt sind. Bekenne man sich zn welcher Richtung man wolle. Wem nicht alle Mittel zum Zwecke gleich gelten, der wird der Täuschung und der Lüge, wo er ihnen auch begegne, mit der tiefsten Entrüstung entgegen treten. Der wird die Unwahrhaftigkeit aber vor Allem da als Tödtuug aller Lebenskeime der Zukunft verdammen, wo sie sich als ״Säemann" im ,,Saathaus" unserer kommenden Lehrer und Führer gcrirt und ihre Grundsätze als ״Leitfaden" unfern künstigen Leitern an die Hand gibt. Diese praktische Sette des Gegenstandes heben wir aber mit überwiegender Entschiedenheit hervor. Es hat dem Herrn Frankel nicht beliebt, die in dem Sendschreiben bisher besprochene Grundanschauung — (die Fortsetzung des Sendschreibens ist uns noch nicht zugekommen) — auch nur mit einem Worte theoretisch zu begründen. Grundsätze, die nichts Geringeres, als die entschiedene Der- - ncinung des ganzen orthodoxen Zudenthums enthalten, wendet er ohne Weiteres an, setzt sie ohne Weiteres voraus, und hält nicht einmal eine theoretische Begründung derselben für nöthig, hält die ihm entgegenstehcndeu sankttonirten Grundsätze des orthodoxen Judenthums nicht einmal einer theoretischen Widerlegung werth — seine Schüler, die er nach der Vorrede S. IX. mit dieser Hodegetik in das Studium der Mischna einleiten will, erfahren nicht einmal, daß sie an der Hand dieser Leitung den Grundsätzen des orthodoxen Judenthums Lebewohl sagen; — wie sein College Herr Dr. Grätz, dessen Grundauschauungen Herr Dr. Frankel völlig thcilt, uitb dessen weise zuerst erschienenen vierten Band jüdischer Geschichte wir vor längerer Zeit in dieser Monatschrift besprachen, tritt Herr Frankel in medias res hin und giebt die Grundanschauungcn seiner Schrift,