Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1861)
- Article
- Ein Sendschreiben [Rezension]
- Date
- 1861-02-01
- Page
- 244 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Hrn. Dr. Z. Frankl« hvdkgetischc« Wirk über Hit Mtschnah tc. den göttlichen Ursprung der Tradition, leugnet, daß Gott außer der schriftlichen Lehre irgend noch nähere Bestimmungen und Erläuterungen seiner Gesetze dem Moses zur mündlichen Weiterüberliefcrnng offenbart habe, behauptet, daß, was als mündliche Tradttion im Talmud vorkommt, eitel Menschenwerk, und der angeblich göttliche Ursprung derselben eitel Trug und Täuschung sei; und mit diesem Traditionsleugner hat sich die Hodegetik auf einen Standpunkt gestellt. Daß Herr Frankel mit diesem seinem Verständniß der ה׳ל׳ט wirklich im völlig verneinenden Gegensatz zum Talmud und zu allen dessen bisherigen Commentatoren und Epitomatoren sich befindet, das bedürfte wahrlich, für den auch nur einigermaßen dieses Schriftthums Kundigen, keines Beweises. Daß Chachamim, Gaonim und Rabbanim, daß die ganze rabbinische Vergangenheit unter ה׳למ wirklich Halacha 16 mosche missinai verstanden, dies liegt überall in ihren Schriften zu Tage. Bei dem heutigen Stande der Wissenschaft und bei der so naiv kindlichen Keckheit, mit welcher Herr Frankel sein: — 'ולעניין הל׳מ עיין ראש ר,׳ מ! — hingeschrieben, scheinen uns doch einige Belege nicht unnütz zu sein. Wir geben sie, wie sie uns zu Händen kommen. Abodah Sara 36, b, wird gelehrt: הבא על הנכריה הלכה למשה מסיני היא.; denn: דאמר מר הבא על ארמית קנאין פוגעין בו. Dieser מר ist aber kein anderer, als רב, der Sanhedrin 82 a. den Satz וירא פנחס בן אלעור erläutert: מה ראה ראה מעשה ונובר הלבה א״ל לא בך למדחנו ברדתך מהר סיני הבועל ארמית ובו• Zst nicht רבי der Verfasser der Mischna, eben jenes Werkes, zu dessen Verständniß Herr Frankel eine Anleitung geben will? Nun wohl, eben dieser רבי lehrt Chulin 85, b. רבי אומר כאשר צויחיך מלמד שנצטוה משה על הושט ועל הקנה ועל רוב אחד בעוף ועל רוב שנים בבהמה, d. H. da in dem 5. B. M. 12, geboten ist: ״Schlachte wie ich dir geboten", wir aber nirgends im schriftlichen Gesetzesworte das Geringste über die Art und Weise finden, w t c wir die zum Essen bestimmten Thiere schlachten sollen, so lehrt dies, daß Moses diese nähern Bestimmungen mündlich von Gott geboten erhalten, und daS sind eben die הלבות שהיסה, die dem Moses mündlich vom Sinai geworden. Siehe Raschi 5 B. M. 12,