Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1861)
- Article
- Schewat
- Date
- 1861-02-01
- Page
- 237 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Schekalim. 287 ter der Fahne des Einen Einzigen stehe und strebe, wirke und schaffe — das Bewußtsein braucht nur in uns wach zu werden um all unser Denken und Walten in das eine Streben aufgehen zu lassen: unfern ״Schekel" zu dem heiligen Gottesbau beizutragcn, den Gott ״gegründet und gehoben" wissen will auf seiner Erde. Ist er mein Herr, so habe ich ihm zu dienen, so gehören alle meine Kräfte und Güter ihm, meine Gedanken und Gefühle ihm, meine Worte und Handlungen ihm, ihm meine Güter und Genüsse, so bin ich sein mit jedem Athemzuge und kann nichts anderes wollen, als seinen Auftrag erfüllen, den er mir ertheilt. Und schaut mich meines Herrn Angesicht, und leuchtet er mir fürsvrgend und wegweisend und bahnebnend voran, und höre ich seiu Panter über mir rauschen, wie sollte ich nicht fröhlich und heiter mein Tagewerk vollbringen, sollte nicht bekümmerungslos, die ganze Bürde einer jeden Zukunft ihm überlassend, nur in jedem gegenwärttgen Augenblick leben, nur die eine Sorge kennen, jeden gegenwärttgen Augenblick voll auszusüllen, mit meiner Leistung den Athemzug meines Daseins zu vergüten, mit meiner Leistung das Daseinsrecht tu seinem Reiche, den Posten in seinem Dienste zu erwerben, — wie sollte ich nicht fröhlich und heiter seiner Fahne folgen, ihm das Ziel und die Bedeutung meines Daseins und Dienstes anheimgebend, mit meinem letzten Athemzuge den letzten ״Gera" meines halben Schekels zahlend, ihm vertrauend, daß er auch das Bruchstück meines kleinen, unscheinbaren Seins und Wirkens zu andern treuen Theilleistungen füge, aus welchen er das große Werk seines Weltenreichs sich vollenden läßt! — Aber nicht nur für diesen symbolischen Bau des Gotteöreiches auf Erden, für welchen einst sich die ganze Erde als Unterbau hingeben, und den einst ״alle Berge und alle Hügel" trage» werden; dem wirklichen, conkretcn Bau eines Gotteshciligihumö auf Erden gehören die halben Schekel unseres Lebensdicnstes. Was einst am ״Ziel der Tage" für die Gesammtmenschheit winkt, das ward für Israel, zu dem Lebensziel eines Volkes verjüngt, bereits in den vergangenen und gegenwärtigen Jahrhunderten der zeitlichen Gegenwart zur Verwirklichung gegeben, als der vorzubtldende Kern, um den sich einst die erlöste Menschheit zu ihrem Gotte aufathmend sammeln wird. 17»