Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1861)
- Article
- Teweth
- Date
- 1861-01-01
- Page
- 192 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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192 Teweth. Erscheinung mancher Machthoheit geblendet, konnte es zu dem Zweifel veranlaßt werden: vielleicht sind Baal und Moloch auch Götter, vielleicht läßt sich unter Schutz und Pflege der ״Natur- und Schicksalsgcwalten" auch ein Menschennnd Völkerhcil gewinnen, ja vieleicht ein Menschen- und Volkerheil gewinnen, das an Reichthum und Genuß der Schätze der Natur und an Größe und Dauer staatlicher Machtentfaltung das unter Herrschaft des Einen Einzigen zu gewinnende Menschen- und Völkerglück um so viel mehr überprahlt und überragt, als im Dienste dieses Einen Einzigen weniger der Natur und weniger der Macht gehuldigt, und überall mehr auf das sittliche Moment des Individuums, auf die Freimachung und Zur- Herrschastbringung deS Göttlichen im Menschen von innen heraus hingearbettet wird, Güter aber der Natnr und der Macht nimmer als Ziel und Zweck, sondern nur als Mittel für die zu lösende Sittlichkeitsaufgabe erwartet werden. Aber im Galnth, aber, weithin über die ganze Erde für Jahrhunderte und Jahrtausende in die Mitte der Völker gestreut, die verschiedensten völkergeschichtlichen Ereigniffe, Revolutionen und Evolutionen, Gestaltungen und Zertrennungen mit durchmachend, lernt es die menschengeschichtlichen Versuche ohne ״Gott", unter Baal und Moloch, in Natur- und Schicksalsdienst, sich dauernd und glücklich zu begründen, in allen möglichen Formen, im manntchfalttgsten Wechsel vonAug zu Aug kennen, und was es da in thätiger und leidender Theilnahme Jahrhunderte hindurch lernt, was Gott es da in dieser ganzen thränenreichen Galuthschule erfahren läßt und kennen lehrt, davon dürfte wohl gesagt sein: ונחתי להם לב אחר ודרך אחר ליראה אותי כל הימים לטוב להם ולבניהם אחריהם וכרתי להם ברית עולם אשר לא אשוב מאחריהם להיטיבי ״ ,אותם ואת יראתי אתן בלבבם לבלתי סור מעליich gebe thuen ein ״Herz nnd einen Weg, mich zu ehrfürchten, daß ich niemehr auf- ״hören werde sie zu begleiten ihnen Heil zu spenden, und meine ״Ehrfurcht gebe ich so in ihr Herz, daß sie nimmermehr von mir ״weichen;" das dürste sie endlich gründlich von jeder Baals- und Molochs-Vergöticrung heilen, und sie fortan nur ״einen Sinn und einen Weg" ergreifen lassen: in der ausschließlichen Verehrung des Einen Einzigen für sich und ihre Kinder auf immer alles Heil und allen Frieden zu erwarten