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Jeschurun · 1860-12-01 · Heft 3 (Dezember 1860) · p. 153

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 3 (Dezember 1860)
Article
Zur Schweizer Judenfrage
Date
1860-12-01
Page
153 (sequence 5)
Language
German
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Zur Schweizer Juden frage. 168 in Schweizer Erde finden — drei- bis vierhünderttauscnd Amerikaner aber find nicht so glücklich. Der Amerikaner kommt nach EnglaUd, reist durch Frankreich und Preußen, hält fich in diesen Ländern auf, mtelhet Häuser, kauft Waarcn und macht Geschäfte ohne irgendwie gehindert zu werden, wie er aber die Schweiz betritt ändert fich dies Alles. Hier wird er als Schwindler, Wucherer, Feind und — Schlachtopfer betrachtet, obgleich er in der friedfertigsten Absicht kommt, um einen Goldstrom ausfließen zu lassen, Hotelrechnungen zu bezahlen, den Fabrikanten seine Waare und dem Landmann seinen Ertrag abzukaufen. Wenn ein Gendarme ihn nicht gar sofort aus dem Canton herausschafft, so kommt ein Poltzeibeamter, bietet ihm Sicherheitsverschaffung an und fordert eine außerordentlich hohe Abgabe. Kommt er zuerst nach einem freisinnigen Canton Um Waaren für sein reiches unternehmendes Etablissement in Newyork zu kaufen, wodurch ein längerer Aufenthalt nothig ist, und sucht er zu diesem Behufe eine Wohnung, so ist im Augenblick der Unterzeichnung des Miethcontraktes ein Polizcibeamter da, der zu ihm sagt: ״Sie sind ein Jude; wahrscheinlich dürfen sie hier gar nicht wohnen, jedenfalls haben sie erst eine Eingabe bet dem Magistrate deswegen zu machen." Er reicht seine Eingabe ein und wartet vergebens auf Antwort, welche lediglich von Willkür und Umständen bedingt ist. Inzwischen geht die Geschäftszeit vorüber — vielleicht ist die Eingabe verworfen — der Hausetgcnthümer verliert seinen Miethzins, der geplagte Fremde faltet seinen Creditbrief zu, zum Bedauern des Fabrikanten, des Banquiers, des Schlachters und Bäckers — zum Bedauern Aller, mit denen er in Verbindung zu treten gedachte und wendet seine Schritte einem freien Lande zu um hier sein Geld auszugeben und um weit und breit den unfreundlichen Eindruck zu verbreiten, welchen das Land, das die Welt mit seinem Ruhme als Vertheidiger freier Ideen erfüllte, auf ihn hervorgebracht hat. Aber vielleicht wird dem Gesuche willfahren. Es ist bekannt daß die hebräische Nation gewissermaßen die Capitalisten der Wett sind, und cs wäre nicht möglich die Thür immer vor einem reichen Kunden zu verschließen, der Gesuchsteller wird aber unterrichtet, daß ihm als Juden gewisse Bedingungen gestellt sind und die Erlaubniß jeden Augenblick widerrufen werden kann. Es hängt das von Um-

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