Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1860)
- Article
- Kislew
- Date
- 1860-12-01
- Page
- 146 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Kislew. tung der Makkabäer-Ruhm gefeiert; man fühlt sich wohl, in dem Pantheon weltgeschichtlichen Heldenruhms auch auf ein Stuck jttdischen siegreichen Heldenthnms Hinweisen zu können, und Kanzel und Presse des Monats Kislew insbesondere" ׳werden sicherlich diesseits und jenseits des Oeeans den alten Haömonäerhelden wieder ein Lorbeerblättchen in den nimmerwelken-Ruhmeskranz zu fügen sich beeilen, und in dieser Huldigung der Ahnen sich selbst als Hasmonäersprößlinge zu bewähren meinen. Da wollen wir doch so kühn sein einmal daran zu erinnern, wofür denn diese Hasmonäer-Greise und Jünglinge gekämpft, daran zu erinnern, wofür sie den Heldentod gestorben. Ist es nicht eine Lächerlichkeit, eine armselige Lächerlichkeit: von Makkabäer-Muth und Hasmonäer-Ruhm und Mathathias und Judas National-Verdienst den Mund voll zu nehmen und die Feder in gereimten und ungereimten Pathos zu tauchen — und gleichzeitig das Hciligthum, für das sie gekämpft, als blutigen Götzcncultus zu verlästern, und das Gesetz, für das sie gestorben, als antiguirtes Trödelwerk zu verachten? Ist es nicht eine Lächerlichkeit, eine armselige Lächerlichkeit: von Makkabäer-Muth und Hasmonäer-Ruhm zu dichten und zu predigen, zu schreiben und zu singen, und alle die Güter, denen dieser Mnth und dieser Ruhm gegolten, und die sie uns durch ihre Hinopscrung gerettet, selbst noch nicht des Opfers eines Stccknadelwcrths und einer Austerschalcnfrcude werth zu Haltern? Wie viele sind unter diesen Makkabäer-Predigern und Hasmonäersängern und Juda-Makkabäer-Pamphletschrcibern, die noch den Mnth haben zu lehren, daß ein Jude mit Eleasar eher sterben müsse als Schwcinesieisch essen und eine Jüdin mit jenen Makkabäcrmüttern lieber sich sammt ihren Säuglingen aufknüpfen lassen müsse, als ihre Kinder nicht beschneiden zu lassen? Wie viele deren sind es,diedemGottesgesetze und den ״Satzungen der Väter," für welche die Makkabäer gestorben, auch nur dasOpfer einer Aussicht auf Carriere und Ruhm, das Opfer eines Bortheils und eines Genusses zu bringen bereit wären? Wie viele deren sind es, die nicht vielmehr aus Seiten der ״bösen Leute in Israel" stehen, gegen die ganz eigentlich die Makkabäer-Kämpfe sich erhoben, und die in Israel das Princip plausibel zu machen sich bemühten: ״Laßt ״uns die Annäherung an die Völker, unter denen wir leben, suchen