Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 2 (November 1860)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1860-11-01
- Page
- 128 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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128 Au» Hannover. wenden Geiste in den Herzen einiger Gemeindeglieder, die sich anschickten eine Schule ins Leben zu rufen. Mit inniger Freude begrüßten wir dieses Vorhaben. Zu unserem tiefsten Schmerze hatten wir aber wahrzunehmen, daß es nur ein aufflackerndes Strohfeuer, daß es nur ein plötzliches Erwachen im langen Todesschlase gewesen, den unsere Gemeinde am Rande des, Abgrunds schläft und in welchen die Wenigen auch sofort ermattet zurücksanken. Schon war j der Lehrer, dem die Leitung der zu gründenden Anstalt übertragen j werden sollte, berufen, schon waren Rundschreiben zur Bethciligung an dieselbe von der s. g. Schulcommisston erlassen, schon prangte! die Aufforderung zur Anmeldung von Schülern an der Synagogenthür — als plötzlich das ganze Vorhaben ohne irgend einen beson-; der» Grund feige aufgegeben wurde und der schwache Strom des erwachenden Bewußtseins im Sande verlies. j Achtzehn Monate sind seitdem verflossen;—in gehobener Sttmj mung im Gotteshause hat unser Landrabbiner bereits vor einem Jahre die Gemeinde nnd, sich selbst angeklagt und sie und sich der Kleinmüthigkeit geziehen, die es verhinderte das rettende Wort zu vollbringen — und Nichts ist geschehen. Vergebens haben wir in 'Z der gestrigen Rede das Aussprechen des Vorsatzes erwartet, nunmehr י endlich zu thun, was längst hätte gcthan werden sollen. Das Herz, ij das noch warm für das Judenthum schlägt, muß in namenlosem | Weh brechen, wenn es die Aussicht des unabweisbaren Unterganges | auf sich einwirken laßt, die der gänzliche Mangel einer thatkrästigen Gesinnung eröffnet. Denn wahrlich mit einer Ansprache, und wäre sie noch so kräftig, mit einer Ermahnung, und wäre sie noch so eindringlich, mit einer Aufforderung, und stammte sie auch aus der redlichsten Gesinnung — ist nicht das Geringste gethan. Wer die Macht hat zu wirken, der hat dazu die heilige, un- ׳ ablvsltche Verpflichtung und diese Verpflichtung lastet mit Centnerj schwere so lange auf ihm, bis er Alles aufgcboten, Alles versucht, f dasjenige zu schaffen, was allein das Heil zu bringen vermag. Und auch noch jetzt ist die Gründung einer Schule nicht nur keine Unmöglichkeit, vielmehr ist es unsere feste Ueberzeugung, die j wir nach reiflicher Erwägung der Verhältnisse gewonnen, daß es dem ernsten energischen, hingebenden Anstrengungen eines Mannes, der so in der Achtung der Hiesigen Gemeinde steht, wie Herr vr.