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Jeschurun · 1860-11-01 · Heft 2 (November 1860) · p. 129

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 2 (November 1860)
Article
Aus Hannover
Date
1860-11-01
Page
129 (sequence 4)
Language
German
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Aus Hannover. 129 Meyer sicherlich gelingen wird, die nöthtgen Vorbedingungen dazu zu erlangen. Haben wir es doch noch vor Kurzem deutlich gesehen, wie gerade namentlich der sogenannte Mittelstand in freudiger Th eilnähme sich zur Ermöglichung eines intendirten Synagogenbaucs bereit finden ließ; — und im Vergleich mit der Wichtigkeit einer Schule kommt doch dieser erst in zweiter Stelle. Lasse man sich doch nicht zurückschrecken von kleinern und größeren Widerwärtigkeiten, die׳ sich jeglichem Unternehmen entgegenstellen, lasse man doch nicht gleich muthlos die Schwingen hängen, wenn es nicht gelingen will, sofort im raschen Fluge auf ein Mal die Höhe zu erreichen, die man sich als Ziel stecken muß. Wenn es nicht möglich ist eine Schule sogleich mit einer großen Schülerzahl zu eröffnen, so begnüge man sich mit einer geringer« und vertraue auf Gott, der das redliche, eifrige Streben für seine heilige Lehre in seinen Schuh nehmen und zu immer reicherer Entfaltung führen wird. Wir gestehen es — wir möchten nicht die Verantwortung tragen, von welcher der vor seinem Gewissen nnd vor Gottes Richterthron Rechenschaft abzulegen hat, dessen Händen das jüdische Heiligthum zur Wartung nnd Pfiege anvertraut worden und der es aus Mangel an entschiedener Thatkraft — wir wissen keinen andern Ausdruck — verwahrlosen und verkümmern läßt. Möge in dieser Zeit der Prüfung doch endlich die ganze Größe und Nähe der Gefahr, die volle Wucht der Verantwortung erkannt und diese Erkenntniß so lebendig werden, daß noch zeitig genug das Rettungsboot ausgesandt werde, bevor das Schiff unseres jüdischen uebens au den Klippen der Unwissenheit, der Gleichgültigkeit, in Mitten der brausenden heranschwellenden Wogen des Verraths am Allerheiligsten zerschellt. Wer gäbe doch unseren schwachen Worten die Macht des Schofarrufs, der zur Umkehr, der zum neuen, frischen, thätigen Leben ruft, auf daß es gelänge zu entschiedenem begeisterten Wirken an» zusporneu!

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