Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 2 (November 1860)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1860-11-01
- Page
- 127 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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127 Aus Hanno»». Kreise bestellt sei. In ergreifender Rede wies er darauf hin, wie die Kenntniß derselben mit sedem Tage bei uns schwinde, wie der Jugend das Bewußtsein der hohen, jüdischen Aufgabe beinahe ganzlich fehle und wie alle Kenntnisse und Fertigkeiten, die sich unsere Kinder aneignen, nicht im Stande sein sie glücklich zu machen, so ihnen die erste aller Wissenschaften, so ihnen die Thora fremd bleibe. Irren wir nicht, so war auch bereits vor einem Jahre am selben Sabbathe שבת שובה — dieselbe Betrachtung Gegenstand der Rede des Hr». Landrabbiner, und cs sind die gleichen oder doch sehr ähnlichen Er- Wägungen und Anschauungen, die wir in unseren früheren, von gewisser Seite verdächtigten Correspondenzen des Ausführlichen dargelegt haben, die jetzt von dem Leiter unserer Gemeinde adoptirt zu sein scheinen. Ja wohl — es sieht trübe aus im Kreise unseres Gemeinde- Verbandes; jeder Tag vergrößert die Befürchtungen, die wir bereits vor einem Jahre gehegt, jeder Tag lasse in schärferer Beleuchtung den ganzen traurigen Zustand des jüdischen Lebens in unsercrGemeinde erscheinen und überzeugter als je müssen wir es laut aussprechen :wenn n i ch t. n o ch jetzt in der elften Stunde mit Eifer und Hingebung für die Rettung unseres Hetligthums gewirkt wird, so bedarf es keiner zwei Derennien mehr und die jüdische Gemeinde Hannovers hat aufgehvrt eine jüdische zu sein. Wie viele Häupter zählt denn unsere Gemeinde unter der jüngeren Generation, die jetzt und demnächst Sitz und Stimme bet der Verwaltung unserer Angelegenheiten haben, die noch mehr als lediglich der Geburt nach Juden sind? Daneben wächst schon wieder ein ganzes Geschlecht heran ohne Kenntniß des Judenthums, ohne Anhänglichkeit an dasselbe. Schauen wir einmal hin aus unsere Schwestergemeinde Braunschweig. Wie lange hat es dort gewährt, um die alte jüdische Gemeinde so umzuwandeln, daß auch jede Spur des früheren regen Lebens verschwunden ist? Ist bei uns irgend eine Garantie vor- Händen, daß wir einem gleichen Geschick entgehen? Wir haben es bereits erkannt — nur Eine Bürgschaft gibt es die geschaffen werden muß, nur Ein Mittel ist vorhanden, daS uns vor dem Untergange retten kann. Dieses Mittel, das allein dte Rettung verbürgt, es ist die Gründung einer jüdischen Schule. Wir haben zur Zeit berichtet von dem noch einmal aufflam-