Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 2 (November 1860)
- Article
- Entgegnung auf ein Gutachten von Hirsch B. Fassel, Oberrabbiner zu Gr. Kanischa
- Date
- 1860-11-01
- Page
- 122 (sequence 14)
- Language
- German
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122 Entgegnung ans ein ״Gutachten re." widrig sein, wie aus פנים מאירוח Th IIL31 hervorgeht, wo es sich um einen Gebrauch handelt, der von einer bedeutenden rabbinischen Autorität gemißbtlltgt wurde; obgleich nun R. Meter aus Eisenstadt in dem erwähnten Gutachten das Bedenken, das gegen jenen Gebrauch von halachischem Gesichtspunkte aus erhoben wurde, beseitigt, begnügt er sich doch nicht mitz diesem Nachweise für die Beibehaltung des bestehenden Gebrauches, sondern führt hiefür auch noch den Grund au, daß in der Abänderung eine Geringschätzung der Früheren liegt, .לרעתי המבטל פוגע בכבוד הראשונים Wodurch konnte man aber in einem hvhern und unverzeihlicheren Grade פונע בבכור הראשונים fein, wodurch könnte gegen unsere großen Vorfahren, auf die sowohl rücksichtlich ihrer Gelehrsamkeit als ihrer Gottesfurcht die jüdische Nation seit Jahrhunderten mit Stolz und Verehrung Hinblicks, wodurch konnte gegen die, deren Forschungen aus dem Gebiete der Religionswissenschaft uns den Weg zeigen den wir einzuschlagen haben, gegen die, welche durch die Reinheit ihres Wandels und den Adel ihrer Gesinnng von so vielen Generationen als Muster der Hnmanität und Frömmigkeit betrachtet werden, wodurch könnte gegen die Koriphäcn unserer ganzen Vergangenheit eine verletzendere Schmähung ausgesprochen, eine größere Geringschätzung kundgegeben werden, als durch die Acußerung, daß ein von ihnen etngeführtes Gebet nie in einem jüdischen Gotteshause hätte gesprochen werde» sollen!! Doch Hr. F. sucht die in jener Aeußerung involvirte Ahnenschändung dadurch zu mildern, daß er sagt: ״Aber wenn auch die armen gedrückten, geplagten, gepeinigten, gehetzten und verfolgten Israeliten der früheren Zeit, die den niederschmetternden Anblick, wie Tausende und Tausende ihrer Brüder und Schwestern gefoltert und niedergemetzelt wurden, vor Augen hatten, zu entschuldigen sind, daß sie ihrem gepreßten Herzen Luft machten und zu Gottum Rache schrien" — Die gepeinigten und verfolgten Israeliten würden wahrlich Hrn. F. für seine erbärmliche Entschuldigung durchaus nicht dankbar sein; jene armen gedrükten und geplagten Juden würden gewiß, wenn sie ihre Stimme noch erheben könnten, diese Schein-Entschuldigung mit der tiefsten Entrüstung zurückwciscn, würden es nicht als Entschuldigung, würden es als Anklage erklären, wenn man ihre Verhältnisse als Grund darstellen wollte, daß sie zu Gott um Rache schrien; sie würden es als Anklage erklären, daß man für die נקמה um die sie