Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 2 (November 1860)
- Article
- Entgegnung auf ein Gutachten von Hirsch B. Fassel, Oberrabbiner zu Gr. Kanischa
- Date
- 1860-11-01
- Page
- 118 (sequence 10)
- Language
- German
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11s Entgegnung auf ein ״Gutachten re.' Seidentallith zu vertauschen Pflegt! Uebrigens ist der vom Hrn. F. ausgestellte Vergleich eines zusammengerollten Tallith mit einem Seiden - Tallith, wie aus den oben angeführten Stellen und aus O. CH. 9, 3 hervorgeht, nicht stichhaltig, und da nun eine öffentliche Verletzung der religiösen Vorschrift kundgegeben wird, wenn der im Mandate der Gemeinde fungirende Vorbeter nicht einmal während seines Fungirens die für diese Zeit zu beobachtenden religiösen Pflichten vorschriftsmäßig erfüllt: so kann die von Hrn. F. anempfohlene Manipulation nicht als annehmbar betrachtet werden. "Der dritte Punkt lautet:" Hält er es für verpönt, daß der ״Vorbcter manche Stelle z. B. das so oft vorkommende Lccho dodi" nicht genugmal repetire, während er manche andere Stelle, wie das ״Bot chalo" mehrmal wiederhole." Auch bei dieser Angabe ist der Kultusvorstand nicht bei der genauen Schilderung der Thutsache geblieben, da es mir nie bcigefallen ist, die mehrmalige Wiederholung von ״Boi chalo" zu rügen. Hr. F hätte sich also wegen des von dem hiesigen Vorstande mir zugeschriebencn Attentates aus die beliebige Wiederholung von ״Boi chalv" gar nicht so zu ereifern brauchen. Wenn auch die Wiederholung der Schlußverse 'כל הנשמה וגו, und ר' ימלך לעולם ועד nicht, wie Hr. F. angibt, ״des Wohlklanges wegen," sondern, wie aus אבודרהם מדד הכלה של חול א״ר חפ״ו רף כ״ד צ״ב und ביה יוסף zu O. CH. 51 hervorgeht, darum eingeführt wurde, um anzuzetgen, daß der erstcre Vers der Schluß der Psalmen, der letztere der Schluß von שידה הים ist: kam es mir dennoch nie in den Sinn, die Repetition von ״Boi chalo" zu rügen, und offen gestanden weiß ich gar nicht, wie oft ״Boi chalv" wiederholt wurde. Diese ״größere Lächerlichkeit", die sich nach dem Ausdrucke des Hrn. F.״ nur ein s. g. Neuorjhodoxe zu Schulden kommen lassen kann", beruht somit blos auf einer Angahe des hiesigen Kultusvorstands, womit es, wie wir bereits sahen, nicht so genau genommen werden kann. Wir haben somit noch die kleinere Lächerlichkeit zu besprechen, die nach der Ansicht des Hrn. F. darin besteht, daß ich die erste Strophe ״Lecho dodi" zwischen jeder einzelnen Strophe wiederholt wissen will. Was ist der Grund, um deffentwtllen Hr. F. das Verlangen nach der herkömmlichen Repetition zur Lächerlichkeit stempeln will? ״Das Lccho dodi Gebet, eigentlich Lied," sagt er, "ist ja nicht aus der Zeit des Talmuds, sondern