Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 2 (November 1860)
- Article
- Chewan
- Date
- 1860-11-01
- Page
- 93 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere Aufgabe. 2. ללמד 98 aber weil Keiner da ist, der den Willen und die vorhandenen Kräfte für diese heiligste aller Gemeindeangelegenheiten unablässig weckt und wach hält, und weil — unbegreiflicher Weise — selbst diejenigen diese Aufgabe vernachlässigen, die ex officio eben diese Angelegenheit als ihre erste vornehmste amtliche Sorge zu beherzigen und zu bethätigen verpflichtet wären. In der Beziehung steht, so wett unsere Kunde reicht, der südwestliche dem nordwestlichen Theil von Deutschland bedeutend nach. Die Diaspora, die eigentliche ״Zerftreuung" ist im Norden viel stärker als im Süden. Die meisten Oerter zählen höchstens etwa 15 Familien und gehen hinab bis 5, 4, 3, 2, ja bis zu ganz vereinzelt wohnenden Judenfamilien. Dagiebt es ganz unverhältnißmäßig wenige Rabbinen. Das ganze Königrcich Hannover mit seinen, wie wir schätzen, mehreren Hundert jüdischen Gemeinden, hat nur 4 Rabbiner. Und gleichwohl wird es kaum einen kleinen Ort geben, in welchem nicht ein jüdischer Gemeindelehrer und eine jüdische Schule sich befinden, die — Hinsichtlich des allgemeinen Unterrichts — durchschnittlich nicht hinter den Leistungen der Ortsschule zurückstehen, ja dieselbe noch meistens übertreffen. Der Süden hat viel größere jüdische Gemeinde. Oerter mit 15 jüdischen Familien gehören zu den kleinsten. Die Juden wohnen in viel größer» Massen zusammen. Dagegen habe» sie das Zehnfache, vielleicht Zwanzigfache an Rabbinerzahl, und es sollen doch —thümer geben, wo in vielen Oertcrn gar kein Lehrer ist oder sich nur höchst periodisch erhält, je nachdem es einmal das Glück fügt, daß gerade ein begütertes Gemeindcglied mehrere Kinder und somit das Bedürfniß einer Schule hat. Es ist ein Jammer die Klage der armen Leute zu hören, die das Bedürfniß fühlen, sich aber nicht helfen können, weil nach dem jüdischen Wahrwort אין חבוש מתיר עצמו מבית האסורים, und ihnen der rechte Helfer fehlt. So die kleinen Gemeinden. Und nun die großen, insbesondere die größten! Ist es nicht eine wahrhaft betrübende Erscheinung, daß gerade die größten Gemeinden, die doch Kraft und Mittel haben ihrer großen jüdischen Aufgabe im größten Maßstabe zu genügen, diese größte aller jüdischen Aufgaben fast ganz aus den Augen verkoren haben? Fast ganz! Denn eigcnthümlich ist es wiederum. Für die Jugend der Armen hat man gesorgt. Es gibt so leicht keine große jüdische Gemeinde, die nicht, unter dem Namen תלמוד תורה