Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1860-1861)
- Issue
- Heft 2 (November 1860)
- Article
- Chewan
- Date
- 1860-11-01
- Page
- 94 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Eheschwan. eine jüdische Lehranstalt für die Kinder der Unbemittelten Hütte. Fast zu buchstäblich scheint man das הזהה בבני עניים שמהם תצא תורה unserer Rabbinen verstanden zu haben, ״achtet ans die Kinder der Armen, denn von ihnen geht die Thora aus," scheint nur die Sorge für die Erziehung des Armen zur Thora als Sache der Gemeinde begriffen zu haben, die Sorge für die Kinder der Begüterten aber den Eltern selbst glauben überlassen zu dürfen. Und doch ist dies nicht so, und doch genügt nur ein Blick in unsere Quellenschriften nm zu sehen, daß nimmer unsere Chachamim es also verstanden, und ja auch der Sache gemäß gar nicht verstehen konnten. Alle zur Erfüllung der jüdischen Aufgabe erforderlichen Institutionen, deren Herstellung die Kräfte des Einzelnen übersteigen, die nur in Vereinigung Aller hergcstcllt werden können, liegen ja dem religiösen Gemeinwesen zu schaffen ob. Das ist ja eben der Grundbegriff einer Gemeinde, das machtja eben die Gemeinde zur Gemeinde. Und hinsichtlich der ersten und wichtigsten Aufgabe, hinsichtlich der Heranbtldung unserer Jugend zur Thora dürfte die Gemeinde als solche ihre Augen schließen und diese Grundbedingung aller jüdischen Zu» kirnst dem Ungefähr der Privatthätigkeit überlassen? Wo find wir mit dieser Gedankenlosigkeit in großen Städten hingerathen? Dahin, daß der begüterte Jude, der vielleicht für die jüdische Bildung der Kinder seines armen Nachbars Hunderte ausgiebt, hinsichtlich seiner eigenen Kinder sich selbst in der größten Verlegenheit befindet, wenn er sie zu gebildeten Juden, und zu jüdisch gebildeten Menschen und Bürgern heranbilden will. Er verausgabt meistens dafür in privater Zersplitterung das dreifache, das ihm eine aus vereinigten Kräften herzustellende tüchtige Schule kosten würde, und hat für all sein Geld kaum die Genngthuung auch nur annäherungsweise Einiges für die jüdische Zukunft seiner Kinder zu erzielen. Was daher zu thun? Schulen schaffen, und zwar Schulen für die Gesammtbildung unserer Jugend, die religiöse, wie bürgerliche, mit gleich sorgfältiger Pflege aller Bildungömomeute, Schulen nach dem Grundsätze unserer Chachamim: תלמוד תורה עם דרך ארץ! Endlich einmal aufhören die Synagoge als das erste, ja fast scheint es als das einzige Augenmerk eines jüdische» Gemeinwesens zu betrachten, endlich einmal beherzige::, daß so wie קדושת בית המדרש höher steht als קדושת בית הכנסת, so auch ein jüdisches Gemeinwesen,