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Jeschurun · 1860-11-01 · Heft 2 (November 1860) · p. 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1860-1861)
Issue
Heft 2 (November 1860)
Article
Chewan
Date
1860-11-01
Page
92 (sequence 10)
Language
German
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92 Chcschwa«. Zeit und Kraft vorhanden, und nur ihnen kann cs gelingen, unsere Jugend für das Leben das ihrer wartet, mit allen seinen Prüf»«- gen und Anforderungen genügend zu rüsten. Somit wären wir auf das Gebiet unserer Schulen gewiesen und unsere Aufgabe lautete: wie steht es mit unfern Schulen? Da möchten wir denn mit wenigen Worten von vornherein einem Jrrthnm begegnen, der überall, nirgends aber verderblicher sein kann als da, wo eS stch um einen Gegenstand von so überwiegender Wichtigkeit wie den Schulunterricht handelt. Wir meinen den Jrrthnm, Gemeindeangclegcuhciten nur als Sache der Gemeinderepräsentanz, somit des Vorstandes 1c. zu betrachten, hinsichtlich deren dem einzelnen Gemeindegliede weder eine Berechtignng noch eine Verpflichtung obliege. Indem wir zu der Erkenntniß kommen, der uns nothwendtge Jugendunterricht lasse sich nur durch entsprechcnde Schulen versorgen, hören wir schon manche Vaterbrust erleichtert anfathmen: also bin ich von der Verantwortung frei! Muß mein Kind, weil uns die Schule, oder doch die gehörige Schule fehlt, des nothwendtgcn Unterrichts entbehren, was kann ich, der Einzelne dafür? Das fällt unserm Gemeindevorstand zur Last. Allerdings können Schulen nur von Gemeinden errichtet werden. Allein die Gemeinde ist eben die Vereinigung Aller für den religiösen Zweck, und wenn in deiner Gemeinde keine Schule ist oder doch keine gute Schule ist, die man als Pflanzstätte künftiger Juden betrachten kann, so mußt du und mit dir müssen alle deine Mitgenossen nicht ruhen, bis ihr durch Vereinigung aller Kräfte das Mangelnde geschaffen. Wie steht es nun mit unfern Schulen? Die Antwort ist keine erfreuliche. Sehr, sehr viele Gemeinden haben gar keine Schule und sehr wenige Gemeinden haben eine solche Schule, in welcher die jedem Juden nothwendige Thorakenntniß genügend gelehrt wird. Viele Gemeinden haben gar keine Schulen. Kleine Gemeinden, weil sie die Mittel zur Besold ׳ng eines Lehrers nicht erschwingen können, oder doch wenigstens glauben nicht erschwingen zu könne» — weil ferner in kleinen Gemeinden die Aussichten zu prekär sind um leicht einen guten Lehrer gewinnen zu können — insbesondere

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